Berge l Das Gerätehaus in Berge gehört laut der Risikoanalyse und Brandschutzbedarfsplanung zu den Schwerpunkten, ebenso Mieste und Estedt. "Die Zustände sind dermaßen negativ, dass hier eine Ersatzlösung mit höchster Priorität gefragt ist", heißt es dazu in der Analyse. Die Gerätehäuser seien bereits mehrfach von der Feuerwehr-Unfallkasse beanstandet worden. Für Berge ist zunächst der Ausbau des Schuppens am Gerätehaus geplant. Dort sollen beheizbare Umkleideräume eingerichtet werden. Über solche Möglichkeiten verfügen die Kameraden der Berger Wehr derzeit nicht. Sie müssen zum Umziehen die kalte Fahrzeughalle nutzen und sind dabei auch den Abgasen ausgesetzt, wenn die Fahrzeuge gestartet werden.

Das Thema Gerätehaus war ein Schwerpunkt der Jahreshauptversammlung der Wehr mit den Löschgruppen Ackendorf und Laatzke am Sonnabendnachmittag im Sportzentrum Berge.

Umrüstung für 40000 Euro geplant

Der Zustand der Gerätehäuser in Ackendorf und Berge sei sehr schlecht. Es müsste dringend was gemacht werden, betonte Wehrleiter Mario Brune. Allein in Ackendorf müssten 70000 Euro investiert werden, wobei die Brandschutzbedarfsplanung eine Schließung des Ackendorfer Gerätehauses vorsehe.

"Laut Plan soll 2018 ein neues Gerätehaus in Berge gebaut werden. Ob das passiert, ist unklar", so Brune. Bis zu einem Neubau soll das alte Gerätehaus in Berge umgerüstet werden. 40000 Euro seien dafür vorgesehen. Neben der Umkleideräume sollen auch Arbeiten im Fußbodenbereich der Fahrzeughalle ausgeführt werden. "Es besteht nun das Risiko, dass dann der Neubau noch weiter nach hinten verschoben wird. Wir sollten aber das Risiko eingehen", meinte Brune. Denn sollten die Löschgruppen aus Ackendorf und Laatzke nach Berge kommen, dann müssten Platz und Umkleidemöglichkeiten für alle Kameraden geschaffen werden.

Die Berger Wehr wird zudem auch ein anderes Fahrzeug erhalten - das jetzige ist 24 Jahre alt. Das Ganze soll über einen Ringtausch mit mehreren Wehren erfolgen. Ein Löschfahrzeug der Gardeleger Wehr wechselt nach Wiepke, ein Wiepker Fahrzeug nach Zichtau und das Zichtauer Fahrzeug soll in Berge eingesetzt werden.

Ortsbürgermeister Paul Berlin lobte seinerseits die Wehr mit den beiden Löschgruppen. Sie gehöre mit 130 Mitgliedern zu den mitgliederstärksten Wehren der Stadt. Er dankte für die vielfältigen Aktivitäten. "Darauf können wir nicht verzichten, denn ohne die Wehren würde in den Dörfern nicht mehr viel passieren", sagte Berlin. Wobei es nicht Aufgabe einer Feuerwehr sei, beispielsweise Grünkohlwanderungen zu organisieren. Die Berger Wehr sei jedoch mit dem Vorhaben, einen Förderverein zu gründen, auf dem richtigen Wege.

Dienst und Ausbildung künftig in Berge

Berlin ging seinerseits auf die Risikoanalyse ein, wonach das Ackendorfer Gerätehaus geschlossen werden soll. "Das darf nicht sein, habe ich mir zuerst gesagt", so Berlin. Nach Gesprächen in der Verwaltung habe er jedoch erkennen müssen, dass es Defizite in der Ackendorfer Löschgruppe gebe, die seitens der Stadt als Träger des Brandschutzes nicht toleriert werden dürfen.

"Die Gesetze müssen eingehalten werden", betonte Berlin. Unter anderem gehe es um Defizite bei der Ausbildung der Ackendorfer Kameraden und den laut Feuerwehrsatzung der Stadt geforderten 40 Dienststunden pro Jahr. Es sei der Wille der Stadt und des Stadtwehrleiters Sven Rasch, dass die Feuerwehr Berge auch die Ackendorfer Kameraden einbeziehe, dass Dienste und Ausbildung künftig gemeinsam absolviert werden.

"Am Ende steht das Ziel, für die Ortswehr Berge ein geeignetes Domizil zu haben", stellte Berlin klar. "Wenn wir hier eine schlagkräftige Truppe sind, und die Einsatzbereitschaft auch an den Wochentagen vorhanden ist, dann gibt es keine Alternative zum Neubau in Berge", so Berlin weiter. Er appellierte an die Kameraden aus Ackendorf, sich in der Berger Wehr einzubringen. "Kommt nach Berge und arbeitet hier zusammen. Engagiert euch in der Sache. Das macht uns am Ende stark", sagte Paul Berlin - unter dem Beifall der Versammlungsteilnehmer.

Bilder