Ein Baustellenschild auf dem Areal einer geplanten Hähnchenmastanlage nahe Schenkenhorst sorgt für Unruhe im Dorf. Ein Baubeginn sei in absehbarer Zeit aber dennoch nicht zu erwarten, betonen sowohl die Investoren als auch die Gegner.

Schenkenhorst l "Seit das da steht, sind wir in großer Sorge", sagt Margrit Sethge. Die Schenkenhorsterin spricht von einem Baustellenschild auf jenem Areal, auf dem ein Schenkenhorster Agrarbetrieb neben einer schon existierenden Biogasanlage eine Hähnchenmastanlage errichten will. Die Flächen sind da, die Baugenehmigung auch. Dennoch passiert seit Jahren nichts. Denn die ortsansässige Volber Reboné GbR erfährt seitens ihrer Nachbarn im Dorf erheblichen Gegenwind, zumindest seit bekannt wurde, dass die zunächst mit rund 40000 Tieren geplante - und so auch durch den Ortschaftsrat abgesegnete - Anlage größer - nämlich mehr als viermal so groß - ausfallen soll.

Mit einer Massentierhaltung von rund 173200 Tieren in der Nachbarschaft wollen viele Schenkenhorster aber offensichtlich nicht leben. Nachdem trotz ihres Protestes sowohl das gemeindliche Einvernehmen der Kommune als auch die Baugenehmigung erteilt worden war, gründete sich eine BUND- Ortsgruppe in Schenkenhorst. In deren Namen hat der BUND Klage gegen den Bau der Anlage beim Landesverwaltungsgericht eingereicht. Seither reden die Anwälte - schriftlich - miteinander. Ein Verfahren ist noch nicht eröffnet.

Und nun das Schild. Seit das dort stehe, gebe es viele Anfragen und Spekulationen um einen möglichen Baubeginn, so Margrit Sethge, Sprecherin der BUND-Ortsgruppe.

In der Volber Reboné GbR kann man die Aufregung indes überhaupt nicht verstehen: Das Schild stehe doch schon mindestens drei Wochen dort, hieß es gestern. Auch wenn man theoretisch sofort mit dem Bau beginnen könne, wolle man als künftiger Betreiber der Anlage eine mögliche Gerichtsentscheidung abwarten. Das Schild sei derzeit also noch "ohne Bedeutung".

"Ist es nicht", sagt wiederum BUND-Landesgeschäftsführer Oliver Wendenkampf, der für ein Gespräch mit der Ortsgruppe gestern extra nach Gardelegen kam. Er erlebe das immer wieder: "So ein Schild soll suggerieren, dass ohnehin alle Messen gesungen sind und der Bau beginnen wird." Die Gegner sollten "eingeschüchtert und verunsichert werden".

Der künftige Betreiber sei mit einem Baubeginn aktuell indes schlecht beraten. "Sollten wir mit unserer Klage gewinnen, und davon gehen wir momentan aus, müsste er alles auf seine Kosten zurückbauen", betonte Wendenkampf.

Der BUND stützt seine Klage laut Wendenkampf vor allem auf den Emissionsschutz - "da wurden Zahlen runtergerechnet", - auf Lücken im Brandschutzkonzept und naturschutzfachliche Einwände. Zudem werden negative Auswirkungen aufs Grundwasser befürchtet. Angesichts der jüngsten Urteile gegen das Schweinemastunternehmen Straathof sehe er sogar Chancen darauf, dass es Änderungen im Tierschutzgesetz und somit bei den Haltungsbedingungen geben könnte, so Wendenkampf.