Immer mehr Hobbygärtner in der Altmark lassen ihren Garten von der Gartenakademie Sachsen-Anhalt als Naturgarten zertifizieren. Der erste Grüne Stammtisch der Aktion NaTür führte viele von ihnen am Sonnabend in Zichtau zusammen.

Zichtau l Sogar das Imbissangebot ist rein ökologisch - "und auch rein vegetarisch", versichert Projektbetreuerin Joana Müller augenzwinkernd. Und tatsächlich: Die vermeintliche Wurst ist in Wirklichkeit ein pflanzlicher Brotaufstrich, dazu gibt es frisches Brot, Quark und eingelegtes Gemüse. Schon daran ist es eindeutig zu merken: Natur steht am Sonnabend in der Zichtauer Gutsorangerie einfach komplett im Mittelpunkt.

"Wir haben alle eingeladen, die schon unsere Plakette haben."

Gartenakademie-Projektbetreuerin Joana Müller

Aber wie soll es auch anders sein, wenn sich lauter Menschen mit grünem Daumen zum ersten Grünen Stammtisch der Aktion "NaTür - Natur beginnt vor der Tür" treffen. Der nämlich hatte erstmals viele Hobbygärtner der Altmark an einen Tisch geholt, die sich auch ganz offiziell zu einem natürlichen Garten bekennen und diesen sogar zertifizieren ließen. "Wir haben alle eingeladen, die schon unsere Plakette haben", sagt Joana Müller. Und das sind in der Altmark bereits rund 50 Gartenbesitzer, vom winzig kleinen Hausgarten in Gardelegen bis zu den städtischen Wallanlagen. Aber auch aus der weiteren Umgebung sind Gäste gekommen, so aus Havelberg, wo die Gärten der Domkurien als Naturgarten zertifiziert sind, aus Kläden, wo der Garten der Seniorenresidenz dazugehört, aus Osterburg, Sandau oder Magdeburg. Sie alle eint die Liebe zur Natur, zu lebendigen Gärten mit naturbelassenen Pflanzen, Artenvielfalt und Ökologie.

Begleitet von Projektkoordinatorin Christa Ringkamp und weiteren Fachleuten hatten die Gäste schließlich einen ganzen Nachmittag lang Zeit, sich auszutauschen und zu plaudern. "Manchmal geht es ja einfach um die kleinen Tipps und Tricks", erläutert Müller. Zum Beispiel die Themen Gehölzkrankheiten oder Schädlingsbefall wurden am Sonnabend eifrig diskutiert.

Im Vorfeld informierte Referentin Sybille Meyer zudem über das Thema Stauden.

Vorgenommen hat sich die Gartenakademie Sachsen-Anhalt, die das Projekt - das ursprünglich aus Niederösterreich stammt - betreut, in diesem Jahr übrigens noch einiges. So sollen bis zum 30. Juni, dem voraussichtlichen Projektende, 430 Orte mit dem Grünen Tisch besucht werden. Ein ehrgeiziges Ziel. Zudem sollen noch fünf weitere Stammtische stattfinden. Und nicht zuletzt sollen natürlich noch viele neue Gärten dazukommen.

Wer davon überzeugt ist, dass sein Garten ebenfalls naturnah ist (Voraussetzungen siehe Infokasten), kann sich unter der Telefonnummer 039085/305 oder unter info@gartenakademie-sachsen-anhalt.de jederzeit anmelden. Nach einer Terminvereinbarung schauen sich dann Experten wie Gartenbauarchitekten, Landschaftsplaner und Gärtner dort um. Und wenn diese den Garten als naturnah einschätzen, gibt es die schmucke Plakette fürs Gartentor, zusätzlich zum guten Gefühl, etwas Wichtiges für die Umwelt vor der Tür zu tun.

Mitglied in der Gartenakademie muss man dafür übrigens nicht sein, versichert Joana Müller.