Dort, wo früher Deutsch, Russisch und Englisch unterrichtet wurden, existiert jetzt das Jugendzentrum "Kroko". Im Zuge eines Empfangs wurden die umgestalteten Räume im ehemaligen Schulgebäude gestern offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Viele Gäste kamen.

Kalbe l Ganz still war es, als Kevin Reinhardt gestern zur Gitarre griff und einen selbstgeschriebenen Song vortrug. Er war quasi sein Eröffnungsgeschenk für das umgestaltete Jugendzentrum "Kroko".

Reinhardt gehört zu den jungen Kalbensern, die die Einrichtung regelmäßig nutzen. Hier konnte und kann er seine Liebe zur Musik ausleben. Hier probt er regelmäßig mit seiner Band Endstation, die am Abend auch noch einen großen Auftritt im "Kroko" haben sollte.

Doch erst einmal galt es am Nachmittag, den vielen Gästen, die der Einladung zum Tag der offenen Tür gefolgt waren, zu zeigen, was für ein cooles Freizeitzentrum die früheren Unterrichtsräume im Souterrain des alten Schulgebäudes an der Westpromenade abgeben. Sie sind mithilfe der Jugendlichen neu gestaltet worden. Letztere erhielten dafür gestern als Dankeschön je einen Kinogutschein aus den Händen von Volkmar Erl.

Er ist es, der seit 22 Jahren - so lange gibt es das "Kroko" bereits - mit wechselnden Kolleginnen in der Jugendeinrichtung tätig ist und der sie seit geraumer Zeit leitet. Er war es auch, der gemeinsam mit dem damaligen Ortsbürgermeister Mirko Wolff die Idee hatte, das "Kroko" vom Gemeindehaus an der Pfarrstege in den zentraleren Schulaltbau zu verlegen - und der diese Idee nach dem Okay des Gebäudebesitzers, der Stadt, und des "Kroko-Trägers", der Arbeiterwohlfahrt, dann letztlich auch umzusetzen hatte. Deshalb wurde ihm gestern vom Team des benachbarten Hortes spaßenshalber der Titel "Held der Arbeit" mit einer selbstgestalteten Urkunde überreicht. Außerdem gab es von anderer Stelle auch noch ein paar Knisterumschläge, zum Beispiel von der Raiffeisenbank, die 261 Euro aus den Kalenderspenden überreichte.

Wie Erl sagte, mache sich der im Dezember erfolgte "Kroko"-Umzug inzwischen wirklich bezahlt, "wenn man sieht, wie viele Schüler hier jetzt reinschauen". Immerhin liegt das neue Domizil, über das auch die mobile Jugendarbeit organisiert wird, inmitten des Kalbenser Schulensembles, das aus Grund- und Sekundarschule sowie dem Hort besteht. Nur eine Sorge gibt es noch: den problematischen Zugang zu den Toiletten unter der alten Pausenhalle. Aber auch hier, so hoffen Erl und seine Mitstreiter, wird es vonseiten der Stadt bald eine Lösung geben.

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