Bereits Mitte Februar trafen die ersten Störche, aus ihrem Winterquartier kommend, im Drömling ein. Das ist nicht nur gefühlt recht früh, sondern durchaus nachweisbar. Der Sachauer Hans-Günter Beneke bestätigt diese Vermutung.

Sachau l In Mieste hat das Storchenpaar bereits den Horst bezogen und dürfte demnächst mit der Balz beginnen, ist sich Hans-Günter Beneke recht sicher. Schon Mitte Februar ist der Storch auf dem Nest gelandet. Seine Partnerin traf vor einigen Tagen ein. Auch in Algenstedt und in Köckte hat sich ein Adebar jeweils seinen Platz im Nest gesichert. "Acht Tage bis zwei Wochen früher sind die Störche in diesem Jahr eingetroffen. Das sind die Westzieher, die in Spanien oder Frankreich überwintert haben", erklärt Beneke.

"Ein Kälteeinbruch wäre kein Problem für die Alttiere."

Hans-Günter Benecke, ehrenamtlicher Storchenbeauftragter des Landes Sachsen-Anhalt

Dass ein Teil der Vögel schon so zeitig das Sommerquartier bezieht, ist für den ehrenamtlichen Storchenbeauftragten des Landes Sachsen-Anhalt kein Problem. Im Gegenteil: Wenn die Jungtiere dadurch zu unterschiedlichen Zeiten schlüpfen und aufwachsen, ist relativ sicher, dass nicht so viele Jungtiere bei widrigen Witterungsbedingungen ums Leben kommen, erklärt Hans-Günter Benecke. "Die älteren Jungtiere sind dann kräftiger und widerstandsfähiger und haben somit bessere Überlebenschancen."

Sollte es in den kommenden Wochen tatsächlich noch einen Kälteeinbruch geben, sei das für die Alttiere kein Problem. "Damit kommen die Störche gut klar. Noch zwei Wochen in der Kälte, das halten sie gut durch. Nur hohe Schneelagen sollte es nicht mehr geben. Dann finden die Tiere kein Futter", erklärt Benecke. Bis Mitte März, spätestens jedoch bis Mitte April sollten alle im Drömling brütenden Störche angekommen sein. "Sonst bekommen sie ihre Jungen nicht durch."

Für den Storchenbeauftragten beginnt mit der Rückkehr der Störche in ihr Brutrevier eine intensive Arbeitszeit. Bisher konnte Benecke zu jeder Zeit die Daten der 2013 besenderten Jungstörche am Computer nachvollziehen. Ihre Sender schicken in relativ regelmäßigen Abständen SMS an einen Zentralrechner.

"Der Sachauer Jungstorch könnte zum ersten Mal brüten."

Hans-Günter Benecke

So ist einer der Sachauer Jungstörche zurzeit in Uganda, nachdem er 2013 sein erstes Winterquartier in Spanien aufgeschlagen hatte. Den Sommer 2014 verbrachte er auf sehr unsteter Route in ganz Norddeutschland, um im Herbst auf der Ostroute über die Türkei, und Ägypten und den Sudan bis nach Kenia und Uganda zu fliegen. "Spannend, wohin er diesen Sommer fliegt. Theoretisch könnte er dieses Jahr zum ersten Mal für Nachwuchs sorgen", blickt Benecke voraus.

Die Datenlogger, mit denen vor einigen Jahren unter anderem auch die des wanderfreudigen Sachauer Jungstorches ausgestattet wurden, müssen aus relativ kurzer Entfernung mit technischer Unterstützung ausgelesen werden. Die Informationen werden wiederum in ein Programm eingegeben, um sie auszuwerten. Und auch die konventionelle Variante der Beringung gibt es noch. Wo immer beringte Störche mittels eines Spektives beobachtet und notiert werden, lässt sich wieder an einem Computer in Erfahrung bringen. Nur eben nicht so detailliert, wie es die besenderten Adebare der neuen Generation zulassen.

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