Er ist immer und überall mit offenen Augen und Ohren unterwegs - der Gardeleger Regionalbereichsbeamte Henry Rosner. Auch wenn er so manchen Bürger verwarnen muss, über mangelnde Popularität kann er nicht klagen.

Gardelegen l Glück gehabt - Henry Rosner erwischt gestern Vormittag für sich und den Dienstwagen tatsächlich den letzten freien Platz auf der städtischen Parkfläche hinter dem Haus II der Stadtverwaltung. Einen der weniger erfolgreichen Pkw-Lenker hält der Gardeleger Regionalbereichsbeamte kurz darauf an der Ausfahrt zur Rudolf-Breitscheid-Straße an. Kurze Vorstellung: "Guten Tag. Polizeioberkommissar Rosner. Ihr Scheinwerfer an der linken Seite ist defekt. Das müssen Sie reparieren lassen. Gute Weiterfahrt!", lautete sein Hinweis an den Fahrer, der sich bedankt. "Das muss ich beim ersten Mal nicht gleich ahnden. Und der Herr war ja auch froh, dass ich ihn darauf hingewiesen habe. "

Um mit Henry Rosner ins Gespräch zu kommen, braucht man jedoch keineswegs einen verkehrsrechtlich zu ahndenden Fehler zu begehen. Als Regionalbereichsbeamter steht er ganz vorn in der Reihe der direkten Ansprechpartner für alle Bürger und ihre Fragen. "Die Schiene der Prävention wird bei uns groß geschrieben", beginnt Henry Rosner sein Aufgabengebiet zu umreißen. Dazu wird er vor allem in Kindergärten und Schulen aktiv, berichtet den jungen Zuhörern dort etwa von Gefahren im Straßenverkehr und wie sie sich bald als Abc-Schützen auf dem Weg zur Schule verhalten sollten. "Demnächst werde ich aber auch bei einem Vortrag bei einem Seniortentreffen in Dannefeld dabei sein, den Kollegen vom Salzwedeler Polizeirevier begleiten und mich persönlich vorstellen", erzählt der Polizeioberkommissar weiter.

Dabei kann sich der gebürtige Magdeburger, der in einem Ortsteil der Hansestadt lebt, über einen zu geringen Bekanntsgrad in der Region tatsächlich nicht beschweren. Seit 1983 ist Polizeioberkommissar (POK) Henry Rosner in Gardelegen im Dienst. Zunächst bei der Verkehrspolizei, im Verkehrsunfalldienst sowie später im Verkehrsermittlungsdienst. Bevor Rosner im September 2014 den Dienst als Regionalbereichsbeamter aufnahm, arbeitete er für etwa ein Jahr in der Kalbenser Revierstation und zuvor fünf Jahre in Mieste. Dass er bei seinen Rundgängen in der Gardeleger Innenstadt häufig gegrüßt wird, ist daher ganz normal.

Doch das Aufgabengebiet eines Regionalbereichsbeamten ist weitaus größer und weitreichender. So unterstützt Henry Rosner, dessen Kollege Hans-Joachim Schmidt in wenigen Wochen in den Ruhestand geht, unter anderem den Streifendienst. "Wenn zum Beispiel eine Anzeige aufgenommen werden muss und die Kollegen, so wie heute morgen erst, gerade mit dem Funkwagen unterwegs sind, dann übernehme ich", erklärt Rosner.

Mit den Mitarbeitern des Ordnungs- und Einwohnermeldeamtes steht Henry Rosner regelmäßig in Kontakt. "Zum Beispiel wenn die Staatsanwaltschaft um den Abgleich von Personalien und Adressdaten bittet, weil Briefe nicht zugestellt werden konnten. Dann fahre ich als verlängerter Arm der Staatsanwaltschaft los, und versuche den Aufenthaltsort der Person zu ermitteln", verdeutlicht Rosner.

Und während Henry Rosner erzählt, klingelt sein Diensthandy. Die Staatsanwaltschaft Nordrhein-Westfalen bittet um Amtshilfe. Das Lichtbild eines Einwohners der Hansestadt wird benötigt. Und schon ist Henry Rosner wieder einmal unterwegs zum Einwohnermeldeamt.

Zu erreichen ist POK Henry Rosner unter der Rufnummer 03907/116 oder -216. Anrufe für den Regionalbereichsbeamten nimmt auch die Zentrale des Gardeleger Revierkommissariats unter 03907/7240 entgegen. Per E-Mail ist die Kontaktaufnahme unter henry.rosner@polizei.sachsen-anhalt.de möglich.

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