Die Sanierung der Deponie Baufanit in Gardelegen kostet rund eine Viertelmillion Euro. Zumindest in den kommenden 30 Jahren sei dort keine anderweitige Nutzung möglich, teilte der Eigentümer mit.

Gardelegen l Mit Besorgnis hat Volksstimme-Leser Manfred Schwarz aus Gardelegen die Berichterstattung zur Deponie Baufanit zur Kenntnis genommen. Für ihn bleiben dabei noch Fragen übrig, sagte er am Volksstimme-Telefon. "Wie viele Bäume waren umgestürzt oder sind von Tieren zum Umfallen gebracht worden? Wie umfangreich waren die Schäden?", will Schwarz wissen.

Unsere Nachfrage bei der verantwortlichen Mitteldeutschen Sanierungs- und Entsorgungsgesellschaft (MDSE) ergab, dass die genaue Zahl der Bäume nicht ermittelt worden sei. "Circa zehn Prozent der Fläche wiesen Schäden auf", teilte MDSE-Geschäftsführer Harald Rötschke mit.

Er sei selbst im Asbest- und Zementwerk beschäftigt gewesen, meinte Schwarz. Gefährlich sei es, wenn das Asbest-Zement-Gemisch an die Luft gelange. Von daher befürchte er, dass die Baumaschinen noch größere Schäden anrichten könnten. "Das sieht jetzt viel schlimmer aus als vorher", sagte Manfred Schwarz.

"Der Zweck der Baumaßnahme besteht in der Beseitigung des Risikos", antwortete Rötschke. Die umfangreichen Arbeiten seien aus Standsicherheitsgründen notwendig. Das private Institut für Umweltüberwachung in Stendal habe ein Gutachten dazu erstellt.

Vor allem äußerte Schwarz Sorge, dass nach der Stilllegung Photovoltaikanlagen auf der Deponie errichtet werden könnten. Die MDSE werde mit dem Antrag auf endgültige Stilllegung der Deponie ein Nachsorgekonzept einreichen, sagte Rötschke. Dies enthalte weitere Maßnahmen in der sogenannten Nachsorgephase. Dazu gehörten Überwachung des Grundwassers und Pflege des Bewuchses.

Die MDSE gehe davon aus, dass diese Phase mindestens 30 Jahre dauern werde. "So lange sich die Deponie in der Nachsorge befindet, ist keine anderweitige Nutzung möglich", teilte der Geschäftsführer mit.

Die Arbeiten zur Sicherung der Deponie kosten insgesamt 250000 Euro. Diese Kosten würden von der MDSE übernommen. Die Gesellschaft ist eine 100-prozentige Tochter des Landes Sachsen-Anhalt.

Auf der Deponie am Gardeleger Reitplatz sind die Bäume abgeholt worden. Offene Stellen sollen mit Mutterboden abgedichtet werden. Der Berg werde zudem aufgeschüttet. Das Landesverwaltungsamt hatte die Arbeiten zur Sicherung angeordnet. Das Amt ist zugleich zuständig für die Überwachung.