Engersen | "Sie hat so ihre Macken", sagt Dieter Wollner lächelnd. Und das ist durchaus liebevoll gemeint. Sie, das ist die Orgel des Engersener Gotteshauses, die seit vielen Jahren fast ausschließlich von dem pensionierten Pfarrer bespielt wird. Keiner kennt die Kirche, in der 1879 die Hufeisenempore und dann anschließend auch die Königin aller Instrumente installiert wurde, so gut wie der heute 88-Jährige.

Kosten: rund 18000 Euro

Umso mehr begrüßt er es, dass die Kirchengemeinde die Orgel sanieren lassen möchte. "Wir haben Fördermittel beim Kirchenkreis und bei der Landeskirche beantragt", sagt der Engersener Kirchenälteste Eckhard Roitsch. Und er ist durchaus optimistisch, dass das beantragte Geld auch bewilligt wird.

Laut Kostenvoranschlag eines Sachverständigen, der auch schon die Klein Engersener Orgel wieder spielbereit gemacht hat, würde die Instandsetzung des Engersener Instrumentes etwa 18000 Euro kosten. Und auch dafür wären wieder Eigenmittel der Kirchgemeinde vonnöten, auch wenn diese bereits anderweitig jede Menge Geld in das Gotteshaus investiert hat. Wegen der Witterung konnten zum Beispiel die im vergangenen Jahr begonnenen Mauerwerksarbeiten für insgesamt rund 100000 Euro (Fördermittel eingeschlossen) noch nicht beendet werden. Nach wie vor ist das Kirchenschiff eingerüstet.

Die Orgel indes lässt sich schon lange nicht mehr so bespielen, wie es sich ein hochmusikalischer Mensch wie Dieter Wollner wünschen würde. Nach seinen Angaben "fehlt der Orgel ein Ton komplett". Außerdem müsse sie dringend einmal gereinigt und wieder gestimmt werden. Auch wenn das Engersener Instrument mit einem Pedalregister und drei Manualregistern als kleines unter den Orgeln gilt, so sei es doch absolut erhaltenswert. Und Dieter Wollner wünscht sich, dass er es noch lange spielen kann. "Ich besitze so viel Kirchenmusik - nicht nur auf Blättern, sondern auch in meinem Kopf", sagt der Mann, der nebenan wohnt, lachend.