Ab 1. Juli wird Christina Dietmann hauptamtlich die Koordinationsstelle Flüchtlingshilfe der Kirchengemeinde Gardelegen führen. Bereits ab 1. April wird sie diese Aufgabe ehrenamtlich ausfüllen.

Gardelegen l "Vorbehaltlich der Finanzierung durch die Landeskirche und den Kirchenkreis werde ich ab 1. Juli die Koordination von ehrenamtlichen Helfern übernehmen, die sich für die direkte Flüchtlingshilfe im Bereich der Hansestadt Gardelegen einsetzen möchten. Wer helfen möchte, kann sich dann also direkt an mich wenden. Die Stelle wird 20 Wochenstunden umfassen", erklärt Christina Dietmann. Ein Büro im Haus II der Stadtverwaltung wird die Gardelegerin aber schon ab 1.April beziehen. Für den Zeitraum bis zum 1. Juli werde sie die Koordination bereits ehrenamtlich übernehmen, sagte Dietmann im Volksstimme-Gespräch. Denn, so erklärt sie, bereits ab dem 1. April werde es für den Bereich der Hansestadt zwei Mitarbeiter geben, die vom Landkreis im Rahmen einer sogenannten Arbeitsgelegenheit (AGH) für die Flüchtlingshilfe eingesetzt werden. "Ich werde für die beiden AGH-Mitarbeiter bis zum 1. Juli zunächst ehrenamtlich die Koordinierung ihrer Aufgaben übernehmen", sagte Dietmann.

Die Gardelegerin betont aber auch, dass sie keine Ausländerbeauftragte für die Hansestadt sein werde. "Dafür gibt es Leute beim Landkreis und die machen großartige Arbeit", verweist sie unter anderem auf die Integrationsbeauftragte Mareen Telschow und Kreisdezernent Hans Thiele.

Bisher habe Jörg Bieber die Integrationsarbeit im Kirchenkreis bei der Diakonie geleitet und werde dies auch weiter machen, begrenzt auf den Raum Salzwedel, sagt Dietmann. Da sich die Zahl der Asylbewerber und Flüchtlinge und die Anforderungen in den vergangenen Jahren jedoch sehr verändert haben, musste auch die Arbeit mit den Menschen eine neue Ausrichtung bekommen.

Pilotprojekt des Kirchen- und Altmarkkreises

Federführend sei in diesem Fall der Pfarrer und stellvertretende Superintendent Gottfried Vogel gewesen, der das Konzept für die Koordinationsstelle entworfen habe, sagte Christina Dietmann.

Für Kirchenkreis und Altmarkkreis wird die künftige Zusammenarbeit im Bereich der Flüchtlingshilfe "ein Pilotprojekt und etwas Neues", sagte Dietmann. Beim Altmarkkreis würden schließlich die Daten vorliegen, wo sich Flüchtlinge oder Asylbewerber aufhalten. "Und wir wollen ihnen im Alltäglichen helfen. Es soll ja nicht sein, dass sich vielleicht fünf Ehrenamtliche um nur eine Familie kümmern. Darin wird die Koordination bestehen", blickt Christina Dietmann voraus.

Der Vorschlag, die Personalie mit der Gardelegerin zu besetzen, kam unter anderem von Superintendent Matthias Heinrich. "Wir haben in Vorbereitung des Projektes geguckt, wer schon Erfahrungen auf diesem Gebiet hat und so bot sich für Gardelegen direkt Christina Dietmann an", begründet der Superintendent. Das Thema der Flüchtlingshilfe und -Integration sei gewiss kein leichtes, betont Heinrich. "Aber wir dürfen nicht vergessen, dass viele Menschen der älteren Genration in der Altmark auch einmal Flüchtlinge waren. Und der Umgang mit Flüchtlingen gehört fest zum christlichen Leben", betont er.