Zichtau (cah) l Die Streckenentwicklung im vergangenen Jagdjahr ist weiterhin rückläufig, zum Teil erheblich. Diese Bilanz hat Kreisjägermeister Hans Ulrich Brückner bei der Kreisjägerkonferenz am Sonnabend im Ferienpark Zichtau gezogen. Anwesend waren unter anderem Teilnehmer der drei Jägerschaften Gardelegen, Salzwedel und Klötze, Vertreter des Landesjagdverbandes und des Kreises.

Vom Streckenrückgang betroffen sei nicht nur das Schalenwild, sondern auch Raubwild, wie Marderhund, Waschbär und Fuchs. Ebenso sei beim Federwild, wie Fasan oder Rebhuhn, gar ein "signifikanter Rückgang" zu verzeichnen. Beim Rotwild habe es 2013/2014 die höchste realisierte Strecke der vergangenen zehn Jahre mit 291 Tieren gegeben. Im zurückliegenden Jagdjahr seien es noch 228 Stücke gewesen. Die Bejagung des Rotwildes werde schwieriger, weil ein deutliches Ansteigen der Rudelgrößen und eine Verschiebung des Raum-Zeit-Verhaltens zu verzeichnen sei. Darüberhinaus sei auch der Strukturwandel in der Landwirtschaft eine Ursache. Etwa 30 Prozent der Flächen werden mit Mais, Zuckerhirse und Sudangras für Biogasanlagen bebaut. "Dort gibt es kaum Unterbewuchs, keine Schneisen, keine Abstandsflächen, also bleiben nur die Straßenränder übrig", schilderte Brückner die Situation. Der Kreis-Jägermeister hofft, dass es durch die 2013 beschlossene Reform der Agrarpolitik der EU und einer Agrarförderung bis zum Jahr 2020 positive Änderungen gibt.