Technische Hilfeleistung und der Umgang mit Technik bei Gefahrgutunfällen waren Schwerpunkte einer Ganztagsschulung der Gardeleger Wehr am Sonnabend im Gerätehaus. Nach einer theoretischen Unterweisung absolvierten 37 Kameraden vier Stationen mit praktischer Anwendung.

Gardelegen l Die Gardeleger Feuerwehr gehört mit den Wehren aus Salzwedel, Klötze, Kalbe und Kakerbeck zum Gefahrgutzug des Kreises. Jede der Wehren ist mit spezieller Technik ausgerüstet. Kalbe beispielsweise ist für die Messtechnik zuständig. Kakerbeck übernimmt im Ernstfall die Reinigung mit Dusche und Zelt, in Gardelegen ist ein Gefahrgutcontainer stationiert, der unzählige Ausrüstungsgegenstände und Technik an Bord hat.

Unterweisung in Theorie und Praxis

14 Kameraden haben dafür eine Spezialausbildung absolviert. Chef der Truppe ist Maik Schulz. Sie sind von der Gardeleger Wehr die ersten Kameraden, die im Ernstfall ausrücken müssen. Damit jedoch auch die anderen Kameraden helfen können, fand am Sonnabend im und am Gardeleger Gerätehaus eine Ganztagsausbildung mit Schwerpunkt Gefahrgut statt. Denn beispielsweise bei Unfällen mit Gefahrguttransportern seien auch andere Arbeiten, wie Absperren des Unfallortes und Reinigen, zu erledigen, erläuterte Till Kern, stellvertretender Leiter der Gardeleger Wehr. Insgesamt nahmen an der Ganztagsschulung 37 Kameraden teil, darunter auch Frauen sowie zwei Kameraden von der Miester Wehr.

Das Schulungsprogramm hatte Gardelegens Stadtwehrleiter Henrik Lehmann erarbeitet.

Bevor es an die Praxis ging, gab es zunächst eine theoretische Einweisung. Unter anderem wurden Nummern und Symbole erläutert, die an Lkw oder Containern auf die Ladung oder den Inhalt hinweisen.

Nach einem Frühstück ging es dann im Freien weiter. Am Gerätehaus waren vier Stationen aufgebaut. Inhaltlich ging es an allen Stationen um die Handhabung von Technik und anderen Hilfsmitteln bei Gefahrgutunfällen.

Gruppenführer Alexander Junge unterwies die Kameraden an der Station Messen. Dort ging es unter anderem um die Arbeit mit Wärmebildkameras und Entfernungsmesser oder um das Erkennen von Flüssigkeiten mittels spezieller Rörchenprüftechnik.

Maik Schulz erläuterte die verschiedenen Pumpen, die sich an Bord des Gefahrgutcontainers befinden. Um das Abdichten von Lecks ging es an der Station von Henrik Lehmann. Die Gardeleger Wehr konnte dafür einen Tank nutzen, den der Kreis allen Wehren für Ausbildungszwecke zur Verfügung stellt. Praktisch geprobt wurde dann das Abdichten von Rohrleitungen.

Turnschuhe und Jogginganzüge an Bord

An der Station Dekon (Dekontamination) wurde das Reinigen von kontaminierten Schutzanzügen von Kameraden erläutert. "Nach einem Einsatz können Kameraden sich dann neu einkleiden mit Turnschuhen und Jogginganzügen in Standardgrößen, die ebenfalls an Bord des Gefahrgutcontainers sind", erläuterte Till Kern. Die Dekon-Station wurde von Pascal Jordan betreut.

Viele Einsätze hatte die Gardeleger Wehr mit ihrem Gefahrgutcontainer noch nicht zu meistern. "Glücklicherweise", meinte Till Kern.

Unter anderem mussten die Gardeleger vor Jahren in Beetzendorf helfen. Dort war Pflanzenschutzmittel ausgelaufen. Einen weiteren Einsatz mit dem Gefahrgutcontainer gab es in Miesterhorst. Nach der Explosion eines Dieseltanks waren Flüssigkeiten in einen Bach gelaufen.

   

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