Gardelegen hat ab morgen einen Koordinator für den ambulanten Hospizdienst. Am Sonnabend wurde das Büro an der Thälmann-Straße erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Für die Aktiven des Staffellaufes gab es bei der Ankunft viel Beifall.

Gardelegen l Die Zahl 42,195 Kilometer sagt wohl jedem Sportinteressierten etwas. Es ist die Strecke für einen Marathon. Wie der Zufall es will, ist der Weg von Stendal nach Gardelegen fast genauso weit. Mit einem Staffelstab wurde diese Distanz absolviert, wobei jeder der vielen Läufer und Radfahrer Teilstrecken absolvierte, so dass der Stab weitergegeben werde konnte. Immer wieder gab es kurze Pausen und auch zwei Infostände in Dörfern auf der Strecke, wo die Hospizmitarbeiter über ihre Arbeit informierten. Das Ziel befand sich in Gardelegen unweit des Rathauses vor dem Johanniter-Haus Pfarrer Franz.

Dort erhielt Thomas Rehbein von Gundis Gebauer und Pastor Ulrich Paulsen symbolisch den Stab überreicht. Grund dafür ist die Eröffnung des Büros in Gardelegen, wo Rehbein ab morgen als Koordinator beim ambulanten Hospizdienst tätig sein wird. Der Gesundheits- und Krankenpfleger ist selbst seit längerem als Sterbebegleiter tätig und wird künftig die Ehrenamtlichen vor Ort betreuten.

Ein Grundstein ist bereits gelegt, da von den rund 70 Aktiven in Stendal acht Personen territorial dem Gebiet in und um Gardelegen zugeordnet werden. Der neue Koordinator wird nicht nur betreuend tätig sein, sondern auch in der Ausbildung der Sterbebegleiter und als erster Ansprechpartner für Interessenten, die ebenfalls helfen wollen. Laut einer Statistik haben 80 Prozent der Menschen den Wunsch, ihre letzten Tage in den eigenen vier Wänden zu verbringen, aber in der Realität sterben 80 Prozent in Krankenhäusern. Wer Hilfe in Anspruch nehmen will, weil jemand von seinen Liebsten, der beispielsweise aufgrund einer Diagnose im Sterben liegt, der kann sich ebenfalls bei Rehbein melden.

Zum Angebot des ambulanten Hospizdienstes gehören das Dasein für schwer kranke, sterbende Menschen, egal ob zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus, ihnen "Zeit zu schenken" durch Zuhören und Vorlesen und weitere Unterstützungsformen. Wer betroffen ist oder selbst helfen möchte, erreicht Rehbein telefonisch unter 03907/7796020 oder per E-Mail unter info@hospiz-gardelegen.de.

Pfarrer Paulsen hofft, dass gerade durch die innenstadtnahe Lage so mancher einmal am Schaufenster des ambulanten Hospizdienstes stehen bleibt, lesen wird - und dann womöglich auch einmal zu Thomas Rehbein kommen wird, sei es als Angebot zum Helfen oder als Hilfesuchender.

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