Gardelegen (iwi) l Freundin weg, vorbestraft und eine Geldstrafe in Höhe von 2375 Euro wegen fahrlässigen Vollrausches. Diese Einschulungsfeier mit zu viel Alkoholgenuss würde der 41-Jährige aus einem Ortsteil von Haldensleben am liebsten ungeschehen machen.

Mit seiner Lebensgefährtin, einer 41-jährigen Gardelegerin, war der Mann am 6. September im vergangenen Jahr zu einer abendlichen Einschulungsfeier in Mieste eingeladen. Seine Ex-Freundin berichtete, wie aus der Feier ein Desaster wurde. Zunächst habe sie selbst gar nichts getrunken, weil sie zusammen nach Hause fahren wollten. Doch dann sei die Idee aufgekommen, dass sie in Mieste schlafen könnten, daher trank auch die Freundin Alkohol. Doch plötzlich habe sie "Krawall im Zelt gehört". Ihr Freund sei dann mit einer Flasche in der Hand durch die Gegend gelaufen. Der Plan, bei den Bekannten zu schlafen, war spontan passé. "Ich war nur noch beschäftigt, ihn zu bändigen", schilderte die Frau. Sie habe solche Ausbrüche von ihm, mit dem sie ein paar Monate erst zusammen war, nicht gekannt. Ihr einziger Gedanke: "Ich schaffe ihn hier weg. Ich dachte, dass er im Auto einschläft, aber das war falsch gedacht."

Stattdessen schlug ihr Freund sie auf der Autofahrt mehrfach und wütete im Auto. "Noch vor Wernitz habe ich den ersten Schlag abbekommen", schilderte die Gardelegerin. Sogar der Rückspiegel sei dabei kaputt gegangen. In Sachau habe er dann wieder zugeschlagen: "Da habe ich eine auf den Mund bekommen."

Doch es wurde noch schlimmer. Als die Zeugin ihren Plan geändert hatte und sofort zu sich nach Hause fuhr, fasste der Angeklagte der Fahrerin auf der Strecke zwischen Jerchel und Weteritz mehrfach ins Lenkrad. "Ich bin auf die Gegenfahrbahn gekommen und hatte Mühe, das Auto zu halten", so die Zeugin. Sie habe immer versucht gegenzulenken, sei aber machtlos gegen seine Übergriffe gewesen. "Hätte er die Hand nicht rausgenommen, hätte ich das Auto nicht mehr unter Kontrolle bekommen." Auch gegen die Autoscheibe schlug der Mann, so dass die Risse bekam.

Das Urteil für den Mann lautete: 95 Tagessätze à 25 Euro. Amtsricher Axel Bormann sagte: "Das, was sie gemacht haben, geht gar nicht. Wir können von Glück reden. Erst im vergangenen Jahr war der 41-Jährige wegen Fahrens ohne Führerschein und vor einigen Jahren auch schon einmal wegen Trunkenheit im Verkehr verurteilt worden.

Nun kam der fahrlässige Vollrausch dazu, durch den der Mann nun vorbestraft ist. Seine Lebensgefährtin hatte sich sofort nach dem Gewaltausbruch von ihm getrennt. "Ist ja verständlich", sagte der Mann.