Immer wieder ist das Parken in der Innenstadt ein Thema. Im vergangenen Jahr wurden zwischen Breitscheid-, Nicolai- und Marktstraße 211 Strafzettel verteilt, in diesem Jahr waren es bereits 93 in den ersten drei Monaten.

Gardelegen l Sieben Mal verteilten die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes 2014 die Höchststrafe für Parksünder in der Gardeleger Innenstadt, 2015 waren es bereits sechs Mal, obwohl das Jahr erst drei Monate alt ist. Die Höchststrafe heißt: Fahrer, die einen orangefarbenen Zettel hinter der Windschutzscheibe hatten, mussten 30 Euro zahlen, weil sie drei Stunden oder länger in der Innenstadt auf einem Platz geparkt hatten.

In diesem Bereich ist laut Ausschilderung nur eine Stunde erlaubt. Dennoch haben Innenstadt-Besucher ausreichend Möglichkeiten, über einen längeren Zeitraum hinweg zwischen Markt-, Nicolai-, Breitscheidstraße und Rathausplatz zu parken. Doch einfach stehen zu bleiben und die Parkuhr weiterzudrehen, reicht da nicht. "Es muss die beabsichtigte Ortsveränderlichkeit zu erkennen sein", erläutert Fachbereichsleiterin Birgit Matthies vom Gardeleger Ordnungsamt.

Das heißt an einem konkreten Beispiel: Ein Fahrer parkt seinen Pkw für eine Stunde an der Marktstraße und fährt danach weiter, um sich an der Breitscheidstraße erneut einen Parkplatz zu suchen und dort wieder eine Stunde stehen. "Das ist das völlig in Ordnung", betont Matthies. Theoretisch könne dann sogar noch auf den Parkplatz hinter dem Haus II gefahren werden, wo das Auto zwei weitere Stunden lang abgestellt werden kann. "Mit seinem Auto aber nur zehn Zentimeter vor- und zurück oder innerhalb eines Bereiches auf die nebenliegende Parflächen zu fahren, reicht jedoch nicht", so Matthies.

Sie verwies auch noch einmal darauf, dass die Stellplätze direkt vor dem Rathauseingang eine Privat- und keine öffentliche Parkfläche sei. Sie ist ausschließlich für Besucher des Rathauses gedacht.

Zeitlich unbegrenzte Plätze am Holzmarkt

Wer mit dem begrenzten Parken keinen Stress haben möchte, und trotzdem in der Innenstadt sein Auto abstellen will, kann die Parkplätze am Holzmarkt und vor der Nikolaikirche nutzen, wo es keine Zeitbeschränkung gibt. "Üblicherweise sind dort immer welche zu finden", so Matthies. Es werde sogar kontrolliert, ob freie Plätze vorhanden seien, um den Bedarf zu ermitteln.

Ganz klar betonte die Fachbereichsleiterin, dass mit der Verteilung der Knöllchen "erzieherisch auf die Verkehrsteilnehmer eingewirkt werden soll, und wir erreichen wollen, dass der Verkehr in der engen Innenstadt in Bewegung bleibt", so Matthies. Die Stadt bemühe sich zurzeit auch, weitere Dauerparkplätze zu akquirieren, wo Fahrer, beispielsweise Personen, die in der Innenstadt arbeiten, gegen eine monatliche Miete ihren Pkw parken können.