Solpke/Gardelegen (iwi) l Viele Papiertüten mit Kleidung standen am Mittwoch im Gerichtssaal des Gardeleger Amtsgerichtes. "Bis heute wussten wir nicht, dass es die Sachen gibt", so Richter Axel Bormann. Es war Bekleidung, die die zwei wegen Brandstiftung angeklagten Männer in der Tatnacht im November in Solpke getragen haben sollen und die die Polizisten wenige Stunden später in einer Gardeleger Wohnung sicherten.

Die Kleidung lagerte eineinhalb Jahre unberührt in der Asservatenkammer der Polizei, auch in den Akten fand sich dazu keine Auflistung. Ein Umstand der beim Richter gestern mehrfach zum entsetzten Kopfschütteln führte, wie auch manch andere Ermittlungstätigkeit der Polizei. Nur ein paar Schuhe waren bisher vom Landeskriminalamt untersucht worden, die Kleidung in den Papiertüten nicht. Das soll nun passieren, und dann wird es - voraussichtlich in einigen Monaten - einen weiteren Verhandlungstermin geben.

Die Angeklagten bestreiten, die Brandstiftung begangen zu haben und beschuldigen sich gegenseitig. Der 32-Jährige hatte beim vorherigen Termin ausgesagt, dass er geschlafen habe. Sein Kumpel sei jedoch nach Solpke gefahren.

Anders hört sich die Version des zweiten Angeklagten an: Der 27-Jährige gab an, dass er gemeinsam mit dem 32-Jährigen in der Nacht zur Gaststätte nach Solpke geradelt war, dort dann eine Motorsäge gestohlen hatte, dann aber wieder nach Gardelegen gefahren sei. Sein Kumpel sei jedoch noch in der Kneipe geblieben und habe dann das Gebäude angezündet. Das habe er ihm später auch erzählt.