Gardelegen l Die CDU-Fraktion des Gardeleger Stadtrates hat im nichtöffentlichen Teil der Sozialausschusssitzung einen Antrag zum weiteren Betrieb der Gardeleger Touristinformation gestellt. Darüber informierte gestern auf Nachfrage Bürgermeister Konrad Fuchs. In dem Antrag werde die Verwaltung dazu aufgefordert, die Leistungen des Büros neu auszuschreiben.

"Wir haben uns dazu durchgerungen, diesen Antrag zu stellen, um Bewegung in die Sache zu bringen", informierte CDU-Stadtrat Andreas Brendtner auf Nachfrage. Die Ausschreibung solle, so schlagen die CDU-Stadträte vor, zum 1. Januar 2016 erfolgen. "Dann hat auch das VHS-Bildungswerk die Chance, sich zu bewähren", formuliert es Brendtner, sprich: Der jetzige Träger des Tourismusbüros solle Möglichkeiten finden, seine Kosten zu reduzieren oder die Einnahmen zu erhöhen. "Die Zeiten sind ja wohl schon gekürzt worden, aber wir wollen konkrete Projekte sehen!"

Hintergrund der Diskussion ist die Bitte der VHS-Bildungswerk GmbH an die Stadt, den jährlichen Zuschuss von 37500 Euro um weitere 11250 Euro zu erhöhen, um einen Rückgang von Einnahmen auszugleichen. Zu diesen war es gekommen, nachdem die Volksstimme ihre eigenen Serviceleistungen ab Jahresbeginn 2015 wieder selbst anbietet - bislang hatte die Touristinformation das übernommen.

Die Übernahme dieser kommerziellen Leistungen war im Jahr 2007 auch der Grund dafür gewesen, die Touristinformation in die Hände eines privaten Betreibers zu übergeben. Zuvor war das Tourismusbüro in die Stadtverwaltung integriert.

Genau dies wäre nach dem Wegfall der privatwirtschaftlichen Leistungen nun auch wieder möglich. Und auch das sei für die CDU eine Option, bestätigte Andreas Brendtner: Auch aus Sicht der Kommunalaufsicht spreche schließlich nichts dagegen, das habe Konrad Fuchs bereits nachgefragt und mitgeteilt.

Eine kommunal betriebene Touristinformation wieder ins Auge zu fassen, ist auch das Ansinnen der SPD-Fraktion im Gardeleger Stadtrat (wir berichteten). Ein konkreter Antrag wurde dahingehend allerdings noch nicht gestellt.

Bislang zahlt die Stadt den jährlichen Beitrag von 37500 Euro jährlich für die Betreuung und Beratung von Touristen während der Öffnungszeiten. Die Mitarbeiter erarbeiten aber auch Angebote, koordinieren Übernachtungen, führen Statistiken, sind für die Vermittlung, Aus- und Weiterbildung der Stadtführer zuständig, verkaufen Eintrittskarten und vertreten die Stadt auch bei Festivitäten und im Altmärkischen Tourismusverein.