Im Auftrag etlicher Bühner und Vahrholzer hat Volker Gomell eine Liste mit rund 50 Unterschriften an Bürgermeister Karsten Ruth übergeben. Die Bürger äußern darin ihren Unmut über die Umleitungsregelung im Zusammenhang mit dem Brückenneubau über die Untermilde.

Kalbe/Vahrholz/Bühne l Auch wenn die ungenehmigte Zusatzbeschilderung mit dem Durchfahrtsverbot für sämtliche Fahrzeuge seit Donnerstagabend verschwunden ist (Volksstimme berichtete): Die Vahrholzer und Bühner, die am stärksten von dem Brückenneubau über die Untermilde und der daraus resultierenden Sperrung der Kreisstraße betroffen sind, dürfen offiziell trotzdem nicht den ländlichen Weg nach Altmersleben als Abkürzung in Richtung Kalbe nutzen. Und das macht sie wütend. So wütend, dass sie die Hauptausschusssitzung am Donnerstagabend nutzten, um Bürgermeister Karsten Ruth eine Unterschriftenliste mit rund 50 Namen zu übergeben.

Wohl wissend, dass die Stadt nicht der zuständige Baulastträger ist, forderten sie aber von Ruth, sich beim Kreis gegen die Umleitungsregelung stark zu machen. Diese führt nämlich aktuell über Güssefeld, Vietzen, Kahrstedt und Altmersleben und ist damit deutlich länger als die Abkürzung über den ländlichen Weg. Der darf aber seit dem vor viereinhalb Jahren erfolgten Ausbau mit Betonspurbahnen nur noch von land- und forstwirtschaftlichen Fahrzeugen sowie, dank einer Sonderregelung, aktuell auch von Linienbussen befahren werden. Dass Vahrholzer und Bühner dennoch mit ihren Autos und Krädern auf dem Weg unterwegs sind, hat bereits mehrfach die Polizei auf den Plan gerufen, auch wenn diese offiziell erklärt, dass sie dort nur im Rahmen der allgemeinen Verkehrskontrolle tätig ist.

"Umleitungsregelung geht gegen gesunden Menschenverstand." - Gerhard Gansewig

"Was aber wäre gewesen, wenn es damals, als die Brücke zwischen Kalbe und Altmersleben neu gebaut wurde, keine Behelfsüberführung gegeben hätte? Ehrliche Antwort!", sagte die Bühnerin Kathrin Gomell und blickte dabei vor allem in Richtung Hauptausschussmitglied Bernd Pawelski. Als Ortsbürgermeister von Altmersleben hatte dieser sich nämlich kürzlich öffentlich über die widerrechtliche Nutzung des ländlichen Weges zwischen Altmersleben und Vahrholz beklagt, dabei aber vor allem den Lkw-Verkehr angeprangert.

Hauptausschussmitglied Gerhard Gansewig, der als Vahrholzer selbst von dem Problem betroffen ist, sagte, dass aber dennoch eine andere Regelung für Anwohner gefunden werden müsse. "Wir sollten da unbedingt nachbessern. Denn seit Ewigkeiten nutzen wir diesen Weg, der von unseren Vorfahren geschaffen worden ist. Und wenn jetzt unsere Rechte eingeschränkt werden, dann ist das den Bürgern nicht vermittelbar und führt auch hier an der Basis zu Politikverdrossenheit. Die Umleitungsregelung geht gegen den gesunden Menschenverstand", erklärte Gansewig und appellierte an den Bürgermeister, sich noch einmal mit dem Kreis auseinanderzusetzen, was dieser dann auch zusicherte - ohne aber irgendwelche Versprechungen abgeben zu können.

Ruth hatte zuvor erklärt, dass die Stadt, der ja der ländliche Weg gehört, in Vorbereitung und für die Dauer der Baumaßnahme alle Rechte an den Altmarkkreis abgetreten habe. Denn dieser müsse den Weg, der ja von seinen Linienbussen genutzt werde, hinterher auch wieder herrichten lassen, betonte der Bürgermeister.

Aber wenn dort Busse, Land- und Forstwirtschaftsfahrzeuge fahren dürften, wieso nicht die Anwohner, hakte Volker Gomell noch einmal nach. Ruth machte daraufhin deutlich, dass sich die Stadt im Vorfeld sehr wohl für eine Behelfsüberführung über die Untermilde eingesetzt habe, dass diese aus finanziellen Gründen aber vom Kreis abgelehnt worden sei. "Mehr können wir da nicht machen", sagte der Bürgermeister. Zudem erinnerte er in dem Zusammenhang an andere Baumaßnahmen wie zum Beispiel den Straßenbau in Wernstedt, in deren Zuge den betroffenen Bürgern auch längere Umleitungen zugemutet worden seien. Nur gab es diesen Fällen eben keine guten, mit öffentlichen Mitteln ausgebauten, Abkürzungen wie den ländlichen Weg zwischen Vahrholz und Altmersleben.