Gardelegen l Wie schon mehrere andere städtische Ausschüsse im Vorfeld, beschäftigten sich auch die Mitglieder des Wirtschafts- und Finanzausschusses der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen während ihrer jüngsten Sitzung mit dem Maßnahmenkatalog zur Innenstadtoffensive.

Die Innenstadt von Gardelegen ist sehenswert. Aber die Potenziale, die der Stadtkern bietet, werden nach Auffassung vieler längst nicht ausgeschöpft. Gemeinsam mit engagierten Bürgern plant die Hansestadt daher, mit einer Innenstadtinitiative die Attraktivität weiter zu steigern, um eine weitere Belebung des Zentrums zu erreichen. Dazu gehören unter anderem Maßnahmen wie die Aufwertung der Innenstadt mit Spielgeräten, die Erstellung eines Leerstandskatasters und eine Zwischennutzung leerstehender Geschäfte, Maßnahmen zur Leerstandsreduzierung bei Wohnungen, die Einbindung sozialer Netzwerke für die Werbung, die Schaffung von mehr Barrierefreiheit, die Fortschreibung des Parkkonzeptes und anderes mehr. Die Initiative soll fortentwickelt werden. Weitere gute Ideen sind gefragt.

Der Maßnahmenkatalog wurde unter der Leitung von Wirtschaftsförderin Mandy Zepig erarbeitet. Ausschussmitglied Rüdiger Wolf (Freie-Liste-Fraktion) übte Kritik an der großen Fußgängerzone in der Innenstadt. Diese sei ein Hindernis auf dem Weg zur Innenstadtbelebung. "Die Menschen werden bequemer. Bei ihren Wegen möchten viele mit dem Auto nach Möglichkeit bis vor die Tür fahren." Wolf machte den Vorschlag, die Fußgängerzone zur Einbahnstraße zu machen, um zumindest einen beruhigten Autoverkehr zu ermöglichen.

Befragung: 80 Prozent für Erhalt der Fußgängerzone

Wie Zepig dazu erläuterte, sei im Zuge der Aufstellung des Maßnahmenkataloges eine Befragung von zahlreichen Bürgern aus ganz Gardelegen vorgenommen worden. Demnach hätten sich rund 80 Prozent der Bürger für die Beibehaltung der Fußgängerzone ausgesprochen.

Die Möglichkeit des Bummelns durch die Stadt, ohne störenden Verkehr, werde als Lebesqualität empfunden. Zepig ergänzte, dass auch längst nicht alle Geschäftsleute gegen die bestehende Sperrung der Stadt für den rollenden Verkehr seien. Jörg Marten (SPD-Fraktion) verteidigte ebenfalls die Fußgängerzone. "Die Fußwege in der Stadt sind kaum weiter, als der Weg in einem großen Einkaufsmarkt bis zur Kühltheke."

Angesprochen wurde bei der Diskussion auch die Sondernutzungssatzung der Hansestadt. Zepig sagte, dass es dazu noch weitere Beratungen und Abstimmungen mit dem Gardeleger Gewerbeverein geben solle. Nico Macht (Gemischte Fraktion) fand lobende Worte für den vorgelegten Maßnahmenkatalog. Wichtig sei es nun, dass das Thema weiter im Fokus bleibe. "Die Gewerbetreibenden freuen sich. Sie haben das Gefühl, dass es in kleinen Schritten weiter vorangeht", so Macht.