Voll im Zeitplan liegt der Bau des Dialysezentrums in Gardelegen. Im Mai soll die Medizintechnik geliefert werden, im Juni wird der Betrieb schrittweise gestartet. Zum Zentrum gehört auch eine Praxis, in der regelmäßig die Sprechstunde angeboten wird.

Gardelegen l Einmal pro Woche sind die Ärzte vom Nierenzentrum Stendal zurzeit in Gardelegen, um sich über den Baufortschritt zu informieren. "Und jetzt geht es richtig voran, wir biegen auf die Zielgerade ein", sagte Dr. Alexander Krainz, Facharzt für Nierenheilkunde, am gestrigen Dienstag zufrieden. Zusammen mit seinem Kollegen Dr. Stephan Wolter war er für Absprachen mit dem technischen Leiter des Altmark-Klinikums, Marco Staud, vor Ort in dem neuen Gebäude, das eine Fläche von 654 Quadratmetern umfasst.Dort ist inzwischen schon eine klare Raumstruktur zu sehen. Viel Tageslicht fällt in die großen Räume, in der die Patienten mehrere Stunden für ihre Dialyse verbringen werden.

Und ein Ende der Bauzeit ist in Sicht. Am 29. Mai soll mit dem Einbau der Haustechnik begonnen werden. "In der ersten Juni-Woche sollen dann Reinigung und Desinfektion erfolgen", so Staud. Der Grundstein für das Gebäude war am 16. Oktober 2014 gelegt worden. "Und wir liegen voll im Zeitplan", so Staud. Das Altmark-Klinikum investiert in den Neubau rund 1,2 Millionen Euro, das Stendaler Nierenzentrum, eine Gemeinschaftspraxis für Innere Medizin und Nephrologie, finanziert 532000 Euro.

Im Mai erfolgt laut Krainz dann auch die Lieferung der Medizintechnik. Die Ärzte des Nierenzentrums ziehen als Mieter in das Gebäude ein, das das Altmark-Klinikum dort gebaut hat, wo früher das Domizil des Rettungsdienstes war. Auch wenn die Ärzte des Nierenzentrums "nur" Mieter sind, haben "wir hier unsere Wunschdialyse verwirklichen können". Denn aus mehr als 20-jähriger Tätigkeit in Stendal, "wissen wir, was in der täglichen Praxis sinnvoll und tauglich ist". Vom Architekturbüro aus Leipzig, das auf Dialysegebäude spezialisiert ist, gab es einen ersten Entwurf, "den wir dann gemeinsam weiterentwickelt haben", so Krainz.

Herausgekommen ist ein zweigeteilter Bau mit einem Eingangs- und Wartebereich. Nach links gehen die Praxisräume ab, nach rechts die Dialyseräume mit einem Flur und einem Tresen, wo die Überwachung der Patienten stattfindet. Der Arbeitsbereich der Stendaler Ärzte umfasst nicht nur die gesamte Diagnostik und Therapie von Nierenerkrankungen sondern erstreckt sich auch auf Bluthochdruckerkrankungen, Stoffwechselstörungen und Diabetes mellitus.

Mit dem Neubau werden künftig die Sprechstunden der Stendaler Ärzte dort angeboten. Bisher fanden die in den Räumen des Altmark-Klinikums statt.

Wann genau der erste Patient in den neuen Räumen behandelt werden kann, ließ Krainz gestern noch offen. Allerdings soll im Juni der Betrieb des neuen Dialysezentrums "schrittweise hochgefahren werden", so der Facharzt. "Es sind am Ende unheimlich viele Kleinigkeiten, die dann auch stimmen müssen, bevor die ersten Patienten kommen können", so Krainz. Als ein Beispiel nannte er Wasserproben, die erst noch zur Untersuchung eingeschickt werden müssen.

Für viele Patienten aus der Region wird es dann eine Entlastung sein, wenn sie nicht mehr mehrmals wöchentlich bis nach Stendal zur Dialyse fahren müssen, sondern nur noch bis Gardelegen.