Innerhalb der nächsten fünf Jahre soll es in der Einheitsgemeinde Kalbe eine Zentralisierung der technischen Mitarbeiter geben. Angesichts der schwierigen Haushaltslage sollen die Kräfte gebündelt werden.

Kalbe l Früher hatte so gut wie jede Kommune ihren eigenen Gemeindearbeiter. Doch die Zeiten sind vorbei. Wegen der schwierigen Haushaltslage der Einheitsgemeinde Kalbe, die sich auch auf die personelle Struktur auswirkt, soll es in absehbarer Zeit eine Zentralisierung der technischen Kräfte geben. Darüber hat Einheitsgemeinde-Bürgermeister Karsten Ruth am Dienstagabend in der Runde der Ortsbürgermeister informiert.

"Brisantes Thema" in den 16 Ortschaften

Diese fand im Sitzungssaal des Kalbenser Rathauses statt und war gut besucht. Von den 16 eingeladenen Ortsbürgermeistern fehlten lediglich drei, zwei davon entschuldigt. Der große Rest hörte sich hinter verschlossenen Türen an, was Ruth zu sagen hatte.

Wie dieser dann im Nachgang informierte, sei die Zentralisierung "ein durchaus brisantes Thema" in den Ortschaften. Aber es könne nun einmal nicht mehr überall alles vorgehalten werden. "Wir werden zwar keine Kleinsttechnik aus den Orten abziehen", so Ruth. Doch erfolge die Anschaffung größerer Technik schon jetzt im Hinblick auf die geplante Zentralisierung.

Die Gemeindearbeiter sollen künftig von drei Standorten aus agieren: Kalbe, Kakerbeck und Brunau. Dort gäbe es, so sagte Ruth, kommunale Immobilien mit entsprechenden Lager- und Aufenthaltsräumen sowie mit Unterstellmöglichkeiten für die kleine und große Technik.

15,6 VBE im technischen Bereich der Stadt

Einen konkreten Termin, ab wann die Neuregelung greifen soll, gibt es bislang zwar noch nicht. Doch soll sie in den kommenden fünf Jahren endgültig und dauerhaft durchgesetzt werden.

Wie der Bürgermeister weiter deutlich machte, zähle der technische Bereich der Einheitsgemeinde Kalbe aktuell 15,6 Vollbeschäftigten-Einheiten, kurz VBE, wobei es dort aber mehr Mitarbeiter gäbe. Sie seien jedoch in unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen mit einer unterschiedlichen Anzahl von Wochenarbeitsstunden tätig. Zudem dürfe der Krankenstand nicht außer Acht gelassen werden, der unter anderem mit dem Altersdurchschnitt zusammenhänge und durch den längst nicht alle Kräfte dauerhaft und für alle Aufgaben zur Verfügung stünden. Und auch in Zukunft, so Ruth weiter, werde es beim Ausscheiden von Mitarbeitern nicht immer einen Eins-zu-eins-Ersatz geben. Das bringe die schwierige Haushaltssituation der Stadt Kalbe mit sich. Im Zuge früherer Konsolidierungsmaßnahmen war sie ohnehin schon von der Kommunalaufsicht ermahnt worden, weil ihre Ausgaben im technischen Bereich vergleichsweise hoch sind.