Klötze (scm) l Im Bereich der Einheitsgemeinde wird es neben der Anlage in Klötze keine zweite Skaterbahn geben. Weder in Immekath noch anderswo. Diesen Beschluss hat der Stadtrat am Mittwoch nach ungewöhnlich hitziger Debatte mehrheitlich gefasst.

Irgendwann wurde es Klaus Hilmer (CDU) zu viel. Nach minutenlanger Diskussion beantragte er, den Meinungsaustausch zu beenden und zur Abstimmung zu kommen. Zuvor hatte es einen regen Wortwechsel gegeben. Es ging um die Frage, was aus der alten Skaterbahn, die einst am Klötzer Busbahnhof stand und bereits seit einiger Zeit eingelagert ist, werden soll: Irgendwo anders wieder aufbauen oder veräußern? Der Hauptausschuss hatte sich vor zwei Wochen mit vier Ja-, drei Nein-Stimmen sowie einer Enthaltung für den Verkauf ausgesprochen beziehungsweise keine Notwendigkeit für einen zweiten Standort gesehen. Dieser Ansicht schloss sich die Linkspartei wenig später bei ihrer Mitgliederversammlung an. Kurz darauf plädierten bei der Sitzung des Immekather Rates aber immerhin 19 Einwohner dafür, die Anlage in ihr Dorf zu holen. Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Zeitz hatte diesen Wunsch bereits mehrfach öffentlich geäußert. Aus anderen Orten wurde kein Interesse angemeldet.

So weit zur Vorgeschichte. Zurück in den Stadtrat. Hier reichte die Unabhängige Wählergemeinschaft Jeetze-Ohre-Drömling (UWG JOD) zu Beginn der Versammlung einen Antrag ein, wonach die alte Skaterbahn in Immekath aufgestellt werden soll. Wie von der Verwaltung erwünscht, hatte sich die Fraktion auch Gedanken darüber gemacht, wie das finanziert werden könnte, etwa durch Sponsoren, Eigenleistungen oder Fördermittel.

Hierzu stellte Bürgermeister Matthias Mann aber gleich einige Punkte klar. Erstens: Würde diesem Antrag entsprochen, dann käme dies einem Eingriff in den Haushaltsplan gleich, auch für künftige Jahre, da die Anlage ja unterhalten werden müsse. Zweitens: Die Chancen auf Fördermittel seien gleich null. Und drittens: Räume man der Skaterbahn Priorität ein, fehle an anderer Stelle das Geld, etwa für PC-Technik in den Schulen oder die Toilette am Busbahnhof. "Mir würden auf Anhieb 20 solcher Beispiele einfallen", sagte Matthias Mann. Er erinnerte überdies daran, dass er schon 2013 angeregt habe, dass die Ortsbürgermeister ihr alljährliches Budget für die Spielplätze hätten ansparen und somit für die Skaterbahn verwenden können. Das sei aber nicht geschehen.

Adolf Fehse (SPD) beantragte eine Vertagung. Das wurde aber abgeschmettert. Stattdessen votierte der Stadtrat dafür, sich nur dem zweiten Beschlussvorschlag zuzuwenden. Darin heißt es: "Die Notwendigkeit eines zweiten Standortes für eine Skateranlage wird vom Rat nicht gesehen. Der Bürgermeister wird beauftragt, die alte Anlage meistbietend zu verkaufen."

Ob das gelingt, darf allerdings bezweifelt werden, da die Bahn in keinem guten Zustand (mehr) ist.