Salzwedel l Der Zweckverband Breitband Altmark ist ins operative Geschäft eingestiegen, wie es Geschäftsführer Michael Ziche in der Verbandsversammlung am Mittwoch ausdrückte. In Gardelegen ist in einem Wohngebiet ein Leerrohrsystem verlegt worden, in Arendsee ist geplant, beim Ausbau der Friedensstraße die Rohre für die Glasfaserkabel mit in die Erde zu bringen. Insgesamt gibt es im Jahr rund 500 Tiefbaumaßnahmen in der Altmark, die sich dafür eignen, die Leerrohre zu etablieren. Diese Synergien will der Verband nutzen und ist bereits aktiv geworden. Allerdings hätten sich erste Probleme ergeben. "Wir sind angewiesen auf die Bauherren und Unternehmen. Einige Tiefbauer haben angefangen hoch zu pokern", berichtete Ziche. Der Verband habe Vergleichsrechnungen und -angebote eingeholt, die erheblich abgewichen seien. "Das ist eine wichtige Erfahrung", konstatierte er.

Zwar müsse das Mitverlegen vorfinanziert werden, ohne dass sofort Pachteinnahmen entstehen, aber der Synergieeffekt rechtfertige dieses Vorgehen. Es gelte, Freiräume im Haushalt des Zweckverbandes dafür zu schaffen, um kurzfristig Entscheidungen treffen zu können, erklärte Ziche.

Die sogenannte Clusterplanung, als Grundlage der Breitbanderschließung in der Altmark, ist in Auftrag gegeben. Die Kosten in Höhe von rund 180000 Euro werden zu 90 Prozent gefördert. Pilot-Cluster-Gebiet soll die Stadt Arneburg sein, weil es dort bereits gute Voraussetzungen für FTTH (Fiber To The Home) also Glasfaser bis ins Haus, gebe. "Das wird die Nagelprobe", betonte der Geschäftsführer.

Der Netzbetreiber DNS:Net wolle demnächst Mitarbeiter für das Markting einstellen und sich mit einer Filiale in Salzwedel ansiedeln. Dort soll dann auch der Sitz des Zweckverbandes sein. Eine Entscheidung über eine Immobilie sei noch nicht gefallen. "Wir sind noch gemeinsam mit dem Netzbetreiber auf der Suche", berichtete Ziche auf Nachfrage. Es müsse Platz für eine entsprechende Anzahl Mitarbeiter und zum Lagern des Materials vorhanden sein. Die DNS:Net habe sich unter anderem wegen der Lage und der Zuganbindung für Salzwedel entschieden.

Der Haushalt für 2015 des ZBA beinhaltet unter anderem eine Kreditaufnahme in Höhe von 4,4 Millionen Euro für vier Baumaßnahmen. Für 2016 sind sechs und in den Folgejahren jeweils acht Investitionen geplant.