Kalbe (cn) l Kalbe liegt im Herzen der Altmark - und ist deshalb für den Kreisverband der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft immer wieder bevorzugter Austragungsort für Fortbildungsveranstaltungen. Am Mittwochnachmittag lockte wieder eine solche rund 80 Pädagogen aus der gesamten Region in die Sekundarschule.

Dort referierte jemand, der alle Jahre wieder für eine volle Aula sorgt: Mentaltrainer Dieter Böhm. "Gehirngerechtes Lernen" nennt sich sein Spezialgebiet. Was staubtrocken klingt, wird von dem studierten Mathematiker mit Doktortitel auf amüsante Weise kommuniziert. Und Kommunikation war auch am Mittwoch das große Thema. Denn die funktioniere zwischen Lehrern und Schülern leider längst nicht immer so, wie sie eigentlich sollte, so Böhm.

Gegenseitige Achtung als Maßstab

Der Hauptsatz des Nachmittages lautete: "Man kann nicht nicht kommunizieren." Kommunikation schaffe Beachtung und die sei gut fürs Selbstwertgefühl, wobei es nicht darum gehe, immer einer Meinung zu sein, sagte der Corach. Als Beispiel nannte er die Nutzung sozialer Netzwerke. Schüler würden davon bekanntlich gern Gebrauch machen, was aber nicht für jeden Lehrer gelte. Der sollte es aber vermeiden, Facebook und Co. zu verteufeln. Vielmehr gehe es darum, die Meinung des anderen zu akzeptieren, ohne sie übernehmen zu müssen. "Der Maßstab ist immer die Achtung voreinander", so der Barlebener.

Seit 2003 beschäftigt er sich mit dem gehirngerechten Lernen nach Vera F. Birkenbihl, die als Erfinderin dieser Methode gilt. Und Böhm will nach eigenen Angaben dazu beitragen, "dass sich das deutsche Bildungssystem in eine Richtung entwickelt, die Talente und Stärken von Kindern und Jugendlichen entfaltet, so dass diese mit Begeisterung und Ausdauer an einer Gesellschaft mitarbeiten wollen."