Es war ein erstes Kennenlernen und Austauschen. Beim regionalen Wirtschaftstreffen in Lindstedt waren Kommunalpolitiker und Unternehmer dabei, die Stadtverwaltung jedoch nicht.

Lindstedt l Es sollte vor allem ein Abend sein, der vermittelt, dass es um die Region Lindstedt geht. Dazu hatte der Lindstedter Ortschaftsrat am Donnerstag erstmals Geschäftsführer und Betriebsleiter von Unternehmen aus der Region eingeladen.

Ortsbürgermeister Siegfried Jordan nahm als Diskussionsgrundlage einige Eckpunkte des integrierten gemeindlichen Entwicklungskonzeptes (IGEK) und nannte Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. "Da ist etwa die Straße Lindstedt-Seethen durch den Wald, die wir ausgebaut haben möchten", so Jordan. Weiteres Anliegen: "Die Turnhalle, die unbedingt saniert werden muss." Außerdem zählte der Ortsbürgermeister den Rückbau des alten Freibades sowie die leerstehenden Häuser in den Orten auf. "Die Frage ist, wie wir junge Leute dazu bringen, leerstehende Häuser auszubauen?", so Jordan.

Der erste Punkt des Abends, an dem sich auch die Gäste beteiligten, war die Internetverbindung. "Da sind wir immer schlechter als in der Stadt", sagte ein Gast. Christoph Schlüsselburg, Busunternehmer aus Lindstedt, merkte dazu jedoch an, dass es in seinem Betrieb damit überhaupt keine Probleme gebe: "Wir haben eine gute Verbindung." Ausführlich diskutierten Gäste und Ortschaftsratsmitglieder dann über unterschiedliche Varianten der Internetprobleme in den Ortschaften. Jordan resümierte: "Internettechnisch sind wir nicht auf dem besten Stand, das werden wir der Wirtschaftsförderin mit auf den Weg geben." Wirtschaftsförderin Mandy Zepig fehlte an diesem Abend entschuldigt. Allerdings hatten die Ortschaftsratsmitglieder weitere Verwaltungsmitarbeiter eingeladen, die jedoch nicht erschienen waren. Ein Punkt, der unter den Gästen für Kritik sorgte.

Unter dem Motto "Am Anfang steht eine Vision" versuchte Anja Rohrdiek vom Verein Historische Region Lindstedt, die Gäste für Engagement zu gewinnen. Engagement "für ein schönes Miteinander", für weitere Projektideen. Damit bezog sie sich nicht nur auf das Lindstedter Gutshaus. Über die baulichen Projekte sollen dort andere Ziele voran getrieben werden: "Wir sprudeln vor Ideen, auch wenn die sich nicht immer gleich und sofort umsetzen lassen." Und weiter: "Die Jugend soll sich hier wohl fühlen." Der Förderverein habe bisher Ansätze gebracht, die aber von den Bewohnern mit Leben erfüllt werden müssten.

Christoph Schlüsselburg betonte, dass das Engagement des Vereins begrüßens- und bewundernswert sei. "Es fördert ganz bestimmt den Zusammenhalt und die Struktur in der Region", allerdings gehe er nicht davon aus, dass die Konzepte tatsächlich am Ende Leute in die Region bringen: "Die Jugend geht hier weg." Die Idee des Ortschaftsrates, in regelmäßigen Abständen die Unternehmer der Region an einen Tisch zu holen, begrüßte Schlüsselburg.

Ein zweites Treffen ist auch bereits geplant, dafür wird dann der Seethener Ortschaftsrat zuständig sein, sagte Ortsbürgermeister Siegfried Jordan gestern auf Anfrage.

Ein Wunsch, der am Donnerstag mehrfach genannt wurde, war der nach einer Internetseite der Region Lindstedt, wo sich dann beispielsweise Unternehmer präsentieren können.

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