In fast jedem Ort der Einheitsgemeinde Kalbe, und ist er noch so klein, wird ein Dorfgemeinschafts-, Gemeinde-, Vereinshaus oder ein kommunaler Saal vorgehalten. Der jährliche Fehlbetrag, der dadurch entsteht, ist enorm.

Kalbe l Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Stadt Kalbe das überdimensionierte Kulturhaus eigentlich nicht leisten kann. Erst recht nicht, seit die obere Etage wegen Brandschutzauflagen nicht mehr genutzt und somit nicht vermietet werden darf.

Aber auch die deutlich kleineren, kommunalen Objekte, die es in fast jedem Dorf der Einheitgemeinde Kalbe gibt, verursachen Fehlbeträge. Die meisten dieser Gebäude sind nicht annähernd ausgelastet.

"Dies sind keine Einrichtungen, die die Stadt vorhalten muss."

Kämmerin Ingrid Bösener

"Und ich muss daran erinnern, dass dies keine Einrichtungen sind, die die Stadt vorhalten muss", sagte Kämmerin Ingrid Bösener während der Sitzung des Finanz- und Sozialausschusses, die am Donnerstagabend im Rathaus stattfand.

Dort wurden besonders problematische Haushaltsposten etwas genauer beleuchtet. Denn die Stadt muss 2015 wieder mit einem unausgeglichenen Finanzplan rechnen. Kämmerin Ingrid Bösener sprach von einem zu erwartenden Minus von etwa 300000 Euro, verursacht durch geringere Landeszuweisungen. Und das bedeutet, die Stadt muss konsolidieren, also Einsparungen vornehmen, wo es geht. Das Minus, das die Dorfgemeinschafts-, Gemeinde-, Vereinshäuser und Säle fabrizieren, liegt laut Kämmerin immerhin bei etwa 150000 Euro pro Jahr.

"Und auch für die Zukunft dürfen wir nicht erwarten, dass dort höhere Einnahmen kommen", sagte Ausschussvorsitzender Wilfried Hartmann. Denn die zunehmend älter werdende Bevölkerung gehe wieder verstärkt dazu über, private Feiern in Gasthäusern zu veranstalten und nicht mehr in kommunalen Objekten, wo man sich um vieles selber kümmern müsse. Aber auch die Nutzungsentgelte sollten erst einmal nicht erhöht werden. "Sie wurden erst 2012 angehoben", seien vorläufig ausgereizt, so die Kämmerin.

Nicht ausgereizt sind jedoch die Möglichkeiten, die Bewirtschaftungskosten in puncto Müllgebühren oder Fernmeldekosten zu senken. Es sollte, so Ausschussmitglied Otto Wienecke, über das Abmelden der Telefonanschlüsse nachgedacht werden. Denn fast jeder Nutzer eines Dorfgemeinschaftshauses habe ein Handy.