Salzwedel l Elke Büchner ist immer noch fassungslos. Am Freitag hat die Salzwedelerin vom Tierheim die Nachricht erhalten, dass Unbekannte ihre Jack Russel-Hündin Amy erschossen haben. Eine Spaziergängerin hatte den achtjährigen Vierbeiner am Freitag bei einem Waldspaziergang tot am Schwarzen Berg nahe der B248 entdeckt und daraufhin das Tierheim verständigt.

Eine Woche vor Ostern, am 29. März, war Amy von zu Hause verschwunden. "Wir haben uns erst keine Sorgen gemacht, weil sie öfter mal abgedampft ist", erzählt Elke Büchner. Doch als ihre Hündin nicht zurückkehrte, meldete Büchner sie als vermisst, suchte sogar über Facebook nach ihrem Liebling.

Christine Binder, Leiterin des Tierschutzvereins Salzwedel und Umgebung, hat Amy nach dem Anruf der Spaziergängerin am Freitag von der Fundstelle abgeholt. Der Täter habe den Kadaver versteckt, erzählt sie, und sie zeigt Fotos vom Fundort. Nach einem Gespräch mit der Polizei glaubt Binder inzwischen, Amy wurde aus nächster Nähe - vermutlich per Genickschuss - getötet.

Richtig ist, dass Jäger in Sachsen-Anhalt außerhalb des sogenannten Einwirkbereiches des Besitzers Hunde ohne jeden weiteren Anlass töten dürfen. Der Hund muss also gar nicht wildern, um den Abschuss zu rechtfertigen. - Das Land hat damit eines der schärfsten Jagdgesetze in Deutschland.

Doch unabhängig davon, ob ein Jäger oder ein Krimineller für die Tat verantwortlich ist, Christine Binder macht der Vorfall in jedem Fall wütend: "Wenn der Hund gestört hat, hätte man uns doch anrufen können, wir hätten ihn eingepackt und mitgenommen", sagt sie. Das Vorgehen ist für sie unglaublich.

Amys Besitzerin Elke Büchner hat inzwischen Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Wie ein Polizeisprecher informierte, hatten Beamte noch am Freitag den Fundort der Hündin untersucht. In der kommenden Woche soll der Kadaver ins Veterinäramt Stendal gebracht werden. Das beim Abschuss verwendete Projektil könnte Aufschluss über die Tatwaffe geben, sagte der Sprecher. Anschließend werde die Kriminalpolizei ermitteln.

Elke Büchner hofft, dass der Täter gefasst wird, doch trösten würde sie auch das nur wenig. "Es fehlt jetzt einfach ein Familienmitglied", sagt sie.