Kalbe l Von dem hohen Zuschussbedarf für die Kitas war während der zurückliegenden Haushaltsberatungen mehrfach die Rede. Kämmerin Ingrid Bösener machte jüngst dazu auch gegenüber dem Finanz- und Sozialausschuss nähere Ausführungen. Das mit dem Kita-Betrieb verbundene Gesamt-Defizit beläuft sich in diesem Jahr voraussichtlich auf insgesamt 448000 Euro.

"Grundsätzlich gesehen sind die sechs Kindertageseinrichtungen in der Einheitsgemeinde Kalbe recht gut ausgelastet. Das trifft besonders auf die Kitas in Kalbe, Kakerbeck und Jeetze sowie den Hort der Grundschule Kalbe zu", erklärt Ingrid Bösener gegenüber der Volksstimme. Platz für mehr Kinder gibt es noch in Badel und Brunau. Die Kämmerin weist in diesem Zusammenhang allerdings auch darauf hin, dass die Einheitsgemeinde Kalbe nach wie vor sehr viel Geld für Umlagen aufbringen muss, die für jene Mädchen und Jungen zu entrichten sind, die außerhalb der Einheitsgemeinde Kalbe Kindertagesstätten besuchen.

118000 Euro werden für extern betreute Kinder fällig

Für diesen Zweck müssen dieses Jahr allein 118000 Euro aufgebracht werden. 140 Euro beträgt die monatlich zu entrichtende Umlage für jedes Kind, das außerhalb der Einheitsgemeinde Kalbe zu betreuen ist. "25 Kinder besuchen allein Tagesstätten in der Einheitsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf", nennt Bösener ein Beispiel.

Dass umgekehrt Kinder aus Nachbarregionen in Einrichtungen der Einheitsgemeinde Kalbe betreut werden, ist dagegen eher die Ausnahme. Die Kämmerei rechnet für 2015 mit lediglich 14500 Euro aus Umlagen von Fremdgemeinden.

Mit Blick auf das Defizit, das der Kita-Betrieb verursacht, schlagen vor allem die Personalkosten zu Buche. Aber daran, so Ingrid Bösener, sei nichts zu ändern. Betreuungsplätze anzubieten sei eine Pflichtaufgabe und das Land poche auf die Einhaltung des Personalschlüssels. "Die Kosten haben sich durch die Pflicht zur Ganztagsbetreuung seit dem vergangenen Jahr noch einmal erhöht. Dafür gibt es zwar auch mehr Zuweisungen vom Land. Die decken aber die höheren Kosten nicht", erklärt die Kämmerin weiter. Hinzu komme die Grundproblematik, dass die Zuweisungen des Landes allgemein in diesem Jahr wieder erheblich geringer ausfallen werden als im Vorjahr - und zwar um rund 400000 Euro (wir berichteten). Das habe Auswirkungen auf alle Bereiche.

Die Folge sei, so die Einschätzung Ingrid Böseners, dass der Stadtrat wohl gezwungen sein werde, die Elternbeiträge in den Kitas noch im laufenden Jahr zu erhöhen.

Positiv bewertet die Kämmerin indes die Auswirkungen der Inanspruchnahme der Altersteilzeitregelung. In den zurückliegenden Jahren hätten eine Reihe von Erzieherinnen von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Dafür seien jüngere Kolleginnen nachgerückt. Das habe sich auch finanziell positiv ausgewirkt.

Abschließend verweist die Kämmerin auf den erfreulichen Aspekt, dass sich baulich an den Kindertagesstätten in den zurückliegenden Jahren eine Menge getan habe. Sie verweist unter anderem auf Investitionen im Rahmen von Stark III. Ab 2016 sollen in den Kindereinrichtung weitere Investitionen über dieses Förderprogramm erfolgen.