Letzlingen (cah) l Ein ganz besonderes Ausstattungsstück kehrte nach fast 115 Jahren ins Letzlinger Jagdschloss zurück: die kaiserliche Tafel. Sie wurde erstmals 1901 eingedeckt. Und neben dem Kaiser Wilhelm II. hatte dort noch manch anderer adliger Zeitgenosse, wie Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich oder der Kronprinz Konstantin von Griechenland, fürstlich gespeist und getrunken. Am Donnerstag präsentierten Konrad Breitenborn und Katja Tille von der Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt, Eigentümerin des einzigen Hohenzollernschlosses in Sachsen-Anhalt, das Möbelstück der Öffentlichkeit. Es handelt sich um einen Eichentisch, 1,80 Meter lang und 1,25 Meter breit. Mittels Kulissenzug und neun Einlegeplatten kann die Tafel auf acht Meter verlängert werden. 32 Gäste konnten dort Platz nehmen. Der Tisch wurde aus Privatbesitz erworben. Die Eigentümer hatten das gute Stück bei einer Auktion 1922 im Letzlinger Jagdschloss gekauft. Dass es sich tatsächlich um die kaiserliche Tafel aus dem Letzlinger Jagdschloss handelt, belegt ein originaler Bestandsaufkleber und der entsprechende Eintrag im Inventarbuch unter der Nummer 64: "Speiseausziehtisch mit 10 Füßen auf Rollen und 2 Klappen zum Ausziehen von hell gebeiztem Eichenholz."

Die kaiserliche Tafel wird im Kaisersaal des Schlosses stehen. An dieser Tafel werden künftig Paare Platz nehmen, die im Schloss den Bund fürs Leben schließen.