Gardelegen (gb) l Eine historische Stunde für die Mahn- und Gedenkstätte Isenschnibbe: An diesem Mittwoch, 29. April, wird es einen Wechsel in der Trägerschaft geben. Dann wird die Stadt Gardelegen die Zuständigkeit an die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt abgeben. Der Vertrag wird im Rathaus unterzeichnet. Damit haben lange Verhandlungen ein gutes Ende gefunden - auch im Sinne der Bedeutung dieses geschichtsträchtigen Ortes, an dem am 13. April 1945 mehr als 1000 Häftlinge aus mehreren Konzentrationslagern nach einem Todesmarsch bestialisch in einer Feldscheune zusammengetrieben und verbrannt oder erschossen worden waren.

Grundvoraussetzung für die Übergabe in die Hand der Stiftung war ein Beschluss des Landtages vom 13. Dezember 2012, mit dem die Übernahme bedeutsamer Gedenkstätten ermöglicht wurde. Am 17. Februar 2014 hatte sich der Stiftungsrat dann ebenfalls einstimmig für die Übernahme der Gardeleger Gedenkstätte gemäß des Gedenkstättenstiftungsgesetzes ausgesprochen. Genau ein Jahr später, am 17. Februar 2015, stimmte auch die Landesregierung der Beschlussfassung zu.

Am Mittwoch um 10 Uhr werden Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs und Stiftungsdirektor Kai Langner den Vertrag über die Nutzungsüberlassung der Grundstücke und den Wechsel der Trägerschaft unterzeichnen.

In der Präambel heißt es unter anderem: "Anknüpfend an die bisherige gute Zusammenarbeit vereinbaren die Vertragspartner, ihre Beziehungen auf neuer Grundlage weiterzuführen und auszubauen ... Die Hansestadt Gardelegen erklärt ihren Willen ... , auch weiterhin ihrer historischen Verantwortung für das Gedenken an die Opfer gerecht zu werden."