Es ging vor allem ums Kennenlernen am Sonnabend im evangelischen Gemeindezentrum. Eingeladen hatte dazu die Ausländerkoordinatorin Christina Dietmann Deutsche und Asylantragsteller.

Gardelegen l "Da oben", das sei ihr Land, sagt Edmond Wukaj. Zeigen kann er es aber nicht. Zu hoch hängt die Karte. Kurzerhand nimmt der Albaner Sohn Angelo auf den Arm. So reichen sie schließlich heran, gemeinsam schaffen sie es.

Und um Gemeinsamkeit geht es schließlich auch am Sonnabendnachmittag im evangelischen Gemeindezentrum Gardelegen. Eingeladen hat Ausländerkoordinatorin Christina Dietmann. Und die freut sich vor allem darüber, dass sich ihre Gäste "so schön untereinander vermischen". Denn neben den Flüchtlingsfamilien aus dem Asylbewerberheim sind auch viele Gemeindeglieder und Freunde der Gardelegerin gekommen. Schnell kommt man mit- einander ins Gespräch. "Es geht ja heute einfach nur ums Kennenlernen", sagt Dietmann.

Ab Juli wird die Gardelegerin nämlich in Teilzeit die Koordination von ehrenamtlichen Helfern übernehmen, die sich für die direkte Flüchtlingshilfe im Bereich der Hansestadt Gardelegen einsetzen möchten. Seit dem 1. April ist sie bereits ehrenamtlich tätig. Und eigentlich sogar schon viel länger. Denn Dietmann gehörte zu den ersten Gardelegern, die die Flüchtlingsfamilien vor gut eineinhalb Jahren begrüßten. Seither ist sie schon für viele zur Ansprechpartnerin geworden, auch weil sie fließend Englisch spricht.

Am Sonnabend hilft ihr aber auch Sihan Siloh. Die junge Syrerin ist schon seit drei Jahren hier und geht hier auch zur Schule. Nun flitzt sie zwischen den Leuten hin und her und übersetzt. Kaum kommt sie dazu, mal ein Stück Kuchen zu essen.

Für den haben nämlich die Frauen der Gemeinde gesorgt. "Ich habe beim letzten Gottesdienst einfach gesagt: Bitte kommt und backt Kuchen", so Dietmann. Und sie kamen und brachten Kuchen mit, der offensichtlich allen schmeckte, egal ob sie in Syrien, Serbien, Albanien, dem Kosovo oder Gardelegen geboren wurden. Manchmal sind es eben die kleinen Dinge, die zusammenführen. Genau darum, natürlich nicht um Kuchen, aber eben um Alltägliches wird sich künftig auch Christina Dietmann kümmern. Sie werde keine Waschmaschine reparieren können, so Dietmann schmunzelnd, aber sie werde wissen, wer das kann. Unterstützt wird sie dabei auch von ehrenamtlichen Integrationslotsen und zwei Mitarbeitern, die der Kreis im Rahmen einer Arbeitsgelegenheit für die Flüchtlingshilfe einsetzen wird.

 

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