Beim Erstellen eines Brachflächenkatasters geht die Stadt Kalbe eine Kooperation mit der Verbandsgemeinde Seehausen/Altmark und der Stadt Arendsee ein. Dadurch reduzieren sich Aufwand und Kosten für das Papier erheblich. Der Stadtrat fasste dazu vor wenigen Tagen einen entsprechenden Beschluss.

Kalbe l Im Zuge des demografischen Wandels werden sich auch die Vertreter der Stadt Kalbe früher oder später mit der Frage auseinandersetzen müssen, welcher Ort erhaltenswert ist, in welchen also weiterhin investiert wird - und in welchen eben nicht.

"Integriertes, gemeindliches Entwicklungskonzept" nennt sich diese Planung, für die ein sogenanntes Brachflächenkataster eine große Hilfe darstellen könnte. Und ein solches Kataster soll jetzt erstellt werden. Dazu hat der Stadtrat während seiner jüngsten Sitzung einen mehrheitlichen Beschluss gefasst. Lediglich drei Abgeordnete stimmten dagegen, einer enthielt sich, aber 13 waren dafür.

Um Aufwand und Kosten für die Einheitsgemeinde so gering wie möglich zu halten, soll das Brachflächenkataster in Kooperation mit zwei weiteren Kommunen erstellt werden: der Stadt Arendsee und der Verbandsgemeinde Seehausen/Altmark. Letztere fungiert als Träger des rund 30000 Euro teuren Projektes, für das es aber Fördermittel gibt. Die Stadt Kalbe muss dank der Kooperationsvereinbarung dann lediglich 1000 Euro in diesem Jahr und 1000 Euro im nächsten Jahr beisteuern.

Bürgermeister Karsten Ruth jedenfalls schaute zufrieden, nachdem der Stadtrat besagter Vereinbarung mit den beiden anderen Kommunen und somit auch dem Brachflächenkataster zugestimmt hatte. "So bekommen wir erstmals einen Überblick darüber, wie unsere Orte derzeit in Bezug auf die Nutzung von Flächen und Objekten dastehen", sagte Ruth.

"Andere Kommunen praktizieren das längst."

Bürgermeister Karsten Ruth

Und Ratsfrau Melissa Schmidt ergänzte: "Der Leerstand wird damit zu Papier gebracht." Bisher fehle dazu eine konkrete Übersicht, gab der Bürgermeister zu. Doch sie werde nicht nur für die Flächennutzungsplanung benötigt, sondern auch dafür, weitere Ortsbildpflege betreiben und Brachflächen auch besser vermarkten zu können. "Andere Kommunen praktizieren das längst", so Ruth, nach dessen Angaben das Brachflächenkataster mithilfe des BIC Altmark erstellt werden soll. Hierbei handelt es sich um das sogenannte Innovations- und Gründerzentrum, das bereits 1992 vom Landkreis Stendal und vom Förderkreis der Hochschule Magdeburg-Stendal ins Leben gerufen worden ist.