Es ist eine Erfolgsgeschichte, auch wenn diese einst kaum für möglich gehalten wurde: Seit 20 Jahren gibt es die Median-Klinik Kalbe. Seither sind dort stationär mehr als 55000 Patienten behandelt worden. Und sie standen gestern im Mittelpunkt der Feierstunde, die aus Anlass des 20-jährigen Bestehens stattfand.

Kalbe l "Man, wo biste denn hier gelandet?" Das, so sagt Manfred Wilke in breitem Berliner Dialekt, sei angesichts der Umgebung sein erster Gedanke gewesen, als er in den 1990er Jahren zum ersten Mal in die Median-Klinik Kalbe gekommen sei. Doch dieser Eindruck habe sich dann, vor allem dank des Klinikteams, ganz schnell ins Gegenteil verkehrt. "Und inzwischen genießen wir sogar die Ruhe hier", sagt Wilkes Ehefrau Renate, die ihren Mann schon öfter begleitet hat. Mit neun längerfristigen Aufenthalten ist der 72-Jährige der häufigste Wiederkehrer.

Patientin der ersten Stunde

Und die kommissarische Leiterin der Klinik, Jana Weinhold, die von sich selbst sagen kann, "hier 1995 mit aufgeschlossen zu haben", hat es sich nicht nehmen lassen, Manfred Wilke und Gattin zur Feier aus Anlass des 20-jährigen Klinikbestehens einzuladen. Genau wie Doris Prießmeier. Sie ist die Patientin mit der Nummer 8 - von inzwischen mehr als 55000. Denn die Gardelegerin gehörte zu den ersten Frauen und Männern, die damals am Eröffnungstag, 11. April 1995, eines der 220 Zimmer belegten.

Und die 75-Jährige, die inzwischen auch schon viermal da war, darf sich nun ebenso über einen Salzwedeler Baumkuchen freuen wie Manfred Wilke und Helmut Bender. Letzterer ist der Alt-Bürgermeister von Kalbe und hat sich als solcher mit dafür eingesetzt, dass die Klinik angesiedelt werden konnte - allen Unkenrufen zum Trotz. Denn Kalbe hatte und hat Standortnachteile. Dennoch ist es dem 115-köpfigen Klinikteam, dem heute noch immer 40 Prozent der Anfangsbelegschaft angehören, gelungen, dass das Haus in Sachen Patientenzufriedenheit stets Bestnoten erhält.

"20 Jahre Rehabilitation im Herzen der Altmark" - wer hätte das einst für möglich gehalten? Das fragt Jana Weinhold nun auch in ihrer Rede aus Anlass der Feierstunde. Die ist hauptsächlich für die Patienten organisiert worden. Und für sie spielt das Kalbenser Mandolinen- und Gitarrenorchester beliebte Volkslieder, bei denen laut mitgesungen werden darf. Schließlich sind extra Textzettel verteilt worden. Dazu gibt es Kaffee und Kuchen statt unzähliger Grußworte.

Ein extra Dankeschön für die Mitarbeiter, das soll es aber auch noch geben. Im September, wie Jana Weinhold verrät. Spricht`s und hebt symbolisch das Glas im voll besetzten Patientenrestaurant.

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