Immer noch gibt es kein Areal für eine Hundewiese in Gardelegen. Die Suche gestaltet sich offenbar schwierig. Leider kamen bislang auch keine Vorschläge aus der Bevölkerung.

Gardelegen l Es wird wieder warm. Die Sonne lockt. Viele Spaziergänger tummeln sich in den grünen Oasen der Stadt. Kinderwagen werden geschoben, Knirpse rollern den Wall entlang und Hundebesitzer machen Bello von der Leine los und lassen ihn ein bisschen laufen...

Und genau an diesem Punkt kommt es eben immer wieder zu Diskussionen. Denn Vierbeiner sind in allen öffentlichen Bereichen an der Leine zu führen, es sei denn, der Halter kann garantieren, dass sein Hund keinen Menschen und auch kein anderes Tier anspringt, anbellt, umrennt oder auch nur beschnuppert, wenn er damit jemanden erschreckt. Das verlangt derzeit zwar keine Satzung in der Stadt, aber dafür das Bürgerliche Gesetzbuch (siehe Infokasten).

Viele Gardeleger Hundebesitzer sind darüber ärgerlich. Wo, fragen sie, können wir unsere Hunde sonst mal laufen lassen. Auch außerhalb der Stadt dürfen die Tiere nämlich zumeist nicht von der Leine genommen werden.

Bestimmte Anforderungen an das Areal

In der Verwaltung hat man sich dieses Problemes bereits vor geraumer Zeit angenommen. "Und es ist auch kein Lippenbekenntnis", sagt Birgit Matthies, Fachbereichsleiterin im Gardeleger Ordnungsamt. Denn das Thema Hundewiese stand in den vergangenen Jahren bereits mehrfach zur Debatte, verlief aber offenbar immer wieder im Sande. Nun aber gibt es konkrete Bemühungen, "auch in unserem eigenen Interesse", betont Matthies. Denn so könnten die Bürger schließlich auch eben dorthin verwiesen werden.

Ein geeignetes Areal zu finden, gestaltet sich aber offenbar schwierig. Aus der Bevölkerung seien leider keine Hinweise eingegangen, bedauert Matthies. Gemeinsam mit Bürgermeister Konrad Fuchs hatte sie im März des vergangenen Jahres über die Presse um Tipps für einen möglichen Platz für eine Hundewiese gebeten (wir berichteten.)

Einige Anforderungen müsste das Areal dabei erfüllen. "Die Fläche müsste groß genug für den Auslauf mehrerer Hunde gleichzeitig sein", beschreibt Matthies. Zudem sollte das Grundstück "möglichst von überall aus der Stadt" gut zu erreichen sein.

Das Kriterium, dass die Wiese der Stadt auch bereits gehören sollte, damit kein Geld in Pacht oder Kauf investiert werden muss - das hatte Bürgermeister Konrad Fuchs gefordert, wird aber möglicherweise nicht einzuhalten sein. Derzeit sucht man in der Verwaltung nämlich bereits nach Flächen außerhalb des Stadteigentums. Bei einigen Grundstücken werden jetzt die Eigentumsverhältnisse geprüft. Ob eine Pacht oder ein Kauf infrage kommt, muss dann ebenfalls noch geprüft werden.

Fläche soll komplett eingezäunt werden

Ist eine geeignete Fläche gefunden, wird diese von der Stadt komplett eingezäunt. Innerhalb dieses Bereiches sollen die Hundebesitzer ihre Tiere dann ungestraft von der Leine nehmen und Stöckchen oder Bällchen werfen können.

Ein rechtsfreier Raum ist ein solcher Platz aber nicht. Wie auch sonst überall sind die Tierbesitzer nämlich auch dort nicht von ihrer Verantwortung befreit, die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge einzusammeln und zu entsorgen, betont Matthies. Und auch auf einer Hundewiese müssen Herrchen und Frauchen dafür Sorge tragen, dass ihre Tiere Menschen und anderen Hunden keinen Schaden zufügen.