Gardelegen l Ab Juli wird das Gebäude der Kreisverwaltung an der Philipp-Müller-Straße für mindestens ein Jahr saniert. Kreissprecherin Birgit Eurich bestätigte dies auf Volksstimme-Anfrage. Im zweiten Halbjahr 2016 sollen die Arbeiten beendet werden. Die Gesamtkosten für die Maßnahme betragen zwei Millionen Euro, in diesem Jahr werden davon etwa 1,4 Millionen Euro investiert. Fördermittel dafür gibt es nicht, die Kosten für die Maßnahme trägt der Altmarkkreis Salzwedel.

Im Inneren des Gebäudes werden laut Eurich umfangreiche Sanierungs- und Ergänzungsarbeiten stattfinden. Begonnen werde mit der Mauerwerkstrockenlegung in dem komplett neu zu gestaltenden Tiefparterre-Bereich des Gebäudes. Dazu gehöre auch ein barrierefreier Eingangsbereich. Dort werde es nach den Arbeiten ein Büro geben, in dem bei Bedarf Bürger mit Bewegungseinschränkungen beraten und ihre Anliegen bearbeitet werden, teilte Eurich mit.

Das Kreisverwaltungsgebäude stehe unter Denkmalschutz. Deshalb sei vom Landesamt für Denkmalpflege eine restauratorische Untersuchung vorgeschrieben, deren Ergebnisse in die Planungen eingeflossen seien. Dazu gehören die Farbgestaltung, Lasuranstrich und Steinergänzungen an der Ziegelfassade sowie der Anbau einer Fluchttreppe.

Im Gebäude werden die Elektro- und Heizungsanlage sowie die Sanitärräume erneuert. Außerdem werden neue Decken installiert, alle Räume und Flure werden gemalert. Fußbodenbeläge werden neu verlegt.

Die Innentüren im Westflügel sollen aufgearbeitet werden, die wenigen vorhandenen bauhistorischen Türen "werden nach Möglichkeit wieder eingebaut, ansonsten gesichert", so Eurich.

Im vorhandenen Treppenhaus werde der Treppenabgang in die Tiefparterre-Ebene integriert. Die umfangreichen Maßnahmen hängen auch damit zusammen, dass dort weitere Mitarbeiter einziehen werden.

Zurzeit sind 21 Mitarbeiter des Altmarkkreises in dem Außenstelle-Gebäude tätig. Sie gehören zum Jugend-, Sozial- und Gesundheitsamt.

Nach Übergangslösung wird noch gesucht

Die Raumplanung nach Abschluss der Arbeiten sehe vor, dass das Gebäude sowohl weiter als Außenstelle der Kreisverwaltung als auch vom Jobcenter genutzt werde, informierte Eurich. Bereits im Frühjahr 2011 sei konzeptionell vorgesehen gewesen, die Außenstelle umfangreich zu sanieren, um dort die Mitarbeiter des Jobcenters unterzubringen.

Konkret sei vorgesehen, dass die Mitarbeiter des Jobcenters ins Tief- und Hochparterregeschoss sowie teilweise ins erste Obergeschoss einziehen. In einigen Räumen des ersten Obergeschosses sowie im zweiten Obergeschoss werden die Mitarbeiter der Kreisverwaltung tätig sein. "Damit werden die Ämter und Aufgabenbereiche wie vor der Sanierung wieder verfügbar sein", so Eurich.

Allerdings steht zurzeit noch nicht fest, wo die Bürger die Verwaltungsmitarbeiter während der Bauphase bleiben, denn "ein Weiterarbeiten im Gebäude ist nicht möglich".

Seit geraumer Zeit werde nach Lösungen gesucht, um die Einschränkungen für die Bürger während der Bauphase möglichst gering zu halten, betonte Eurich. Mehrere Büroangebote hätten zwar vorgelegen, seien aber nicht in Frage gekommen. Zum einen weil sie teils erheblich renovierungsbedürftig waren, zum anderen, weil es nicht den entsprechenden Datenanschluss fürs Internet gegeben habe, so die Sprecherin. In anderen Büros hätten nicht alle Mitarbeiter untergebracht werden können.

Zurzeit werde eine weitere Option überprüft, "möglicherweise könnte damit eine sehr weitgehende Übergangslösung gefunden sein", informierte Birgit Eurich.