Seit sieben Jahren steht sie hinterm Tresen - auch wenn der nur aus zusammengeschobenen Tischen besteht: Eva-Maria Schroepfer ist eine der engagiertesten Mitarbeiterinnen der Gardeleger Tafelausgabestelle. Für ihren ehrenamtlichen Einsatz bekommt sie den Volksstimme-Blumenstrauß des Monats Mai.

Gardelegen l Wer regelmäßig zur Tafel geht, kennt ihr Lächeln schon. Das nämlich gibt`s immer umsonst dazu, wenn Eva-Maria Schroepfer ihre Kunden bedient, selbst im größten Stress. Und der ist zumindest an den Ausgabetagen immer dienstags vorprogrammiert. Immerhin 80 Familien versorgt die Gardeleger Ausgabestelle der Tafel Salzwedel aktuell. Da geht`s dann schon mal turbulent zu in den Räumen am Bürgerbusch. Ausgabestellenchefin Cordula Kausche-Jordan muss dann zusehen, dass alle ihre Mitarbeiter die Nerven behalten. Bei Eva-Maria Schroepfer kann sie aber sicher sein, dass das klappt. Denn schon seit sieben Jahren sind die zwei Frauen ein starkes Team, arbeiten Hand in Hand: "Ich kann mich immer auf sie verlassen", sagt Kausche-Jordan. "Wir halten uns eigentlich immer gegenseitig über Wasser." Beide erinnern sich da vor allem an den Umzug vor zwei Jahren. Da musste das Tafeldomizil an der Philipp-Müller-Straße geräumt werden. Vorher hatte es dort auch noch gebrannt. Alles war verrußt und musste gesäubert werden, dabei stand der nächste Ausgabetag an. Was die Frauen da geleistet hatten, hätte wohl nicht jede geschafft.

"Was soll ich denn zu Hause?"

Eva-Maria Schroepfer

Dabei war Eva-Maria Schroepfer eigentlich nur zufällig zur Tafel gekommen. Als die gelernte Altenpflegerin nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten konnte und arbeitslos wurde, sah sie sich nach einer sinnvollen Tätigkeit um. "Was soll ich denn zu Hause?", fragt sie sich noch heute und engagiert sich nach wie vor drei Mal in der Woche ehrenamtlich in der Tafelausgabestelle, auch wenn sie mittlerweile bereits im Ruhestand ist.

Dabei ist die Arbeit auch körperlich nicht gerade leicht. Kisten müssen geschleppt und ausgepackt, alles muss verteilt und hinterher wieder sauber gemacht werden.

"Krank ist sieso gut wie nie."

Cordula Kausche-Jordan

Zudem legt die 63-Jährige an jedem Tag, an dem sie in die Tafel kommt, also etwa drei Mal wöchentlich, sieben Kilometer zurück. Meist mit dem Fahrrad und das bei Wind und Wetter. "Und krank ist sie so gut wie nie", lobt die Chefin.

Ihr Lohn sind schließlich die dankbaren Kunden der Tafel, die Kinder, die sich mal über besondere Überraschungen freuen, das Glück der älteren, oft alleinstehenden Menschen, die mit den Lebensmitteln der Tafel ein paar Tage länger über die Runden kommen oder die Mütter, denen das Angebot hilft, die Familie satt zu machen, so dass vielleicht doch mal Geld fürs Kino überbleibt. Ihr Lohn ist vor allem das Bewusstsein, an etwas Sinnvollem teil zu haben. Menschen wie Eva-Maria Schroepfer sorgen dafür, dass das Leben ein kleines Stück lebenswerter ist: Auch das soll der Blumenstrauß zeigen.

Wenn Sie, liebe Leser, auch einen Menschen kennen, der für sein ehrenamtliches Engagement einen Blumenstrauß verdient hätte, dann rufen Sie uns unter der Telefonnummer 03907/806926 an oder schreiben uns eine E-Mail unter redaktion.gardelegen@volksstimme.de