Gardelegen (iwi) l Drei Gestecke wurden am gestrigen Freitag am Ehrenfriedhof an der Bismarker Straße anlässlich des Tages der Befreiung vor 70 Jahren niedergelegt. Ordnungsamtsfachbereichsleiterin Birgit Matthies für die Stadt Gardelegen, Gudrun Gerecke für den Gardeleger Linke-Ortsverband und Hans-Joachim Becker für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge legten die Blumen in Erinnerung an die Opfer des zweiten Weltkrieges, insbesondere an die aus anderen Nationen, nieder.

"Es ist ein sehr bedeutender Tag, ein geschichtsträchtiger Tag", so Becker in seiner Ansprache. Er zitierte den früheren Bundespräsidenten von Weizsäcker mit den Worten, dass dieser 8. Mai 1945 Deutschland "vom menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft befreit hat".

Zeit der Flucht, Vertreibung und Gefangenschaft

Becker weiter: "Unsere Eltern und Großeltern haben daran wenig Anteil und deswegen müssen wir den Völkern, die die Befreiung erkämpft haben, dankbar sein." Es sei daher auch richtig, dass das Gedenken auf einem Ehrenfriedhof von sowjetischen Soldaten stattfinde. 27 Millionen Soldaten aus den sowjetischen Republiken seien im zweiten Weltkrieg ums Leben gekommen. "Zwölf Prozent der Bevölkerung", so Becker.

Der 8. Mai 1945 und die Befreiung durch die Alliierten sei für viele Deutsche aber "auch eine Zeit des Leidens gewesen", die von Flucht, Vertreibung und Gefangenschaft geprägt gewesen sei. "Viele Deutsche waren verbittert und in großer Sorge", so der Kreisvorsitzende des Volksbundes. Der Schrecken des Krieges habe die Verursacher erreicht.

Die Gardelegerin Frigga Conrad erinnerte sich noch ganz genau an diesen Tag: "Bei uns in der Familie wurde den ganzen Tag geweint."