Gardelegen (iwi) l Es war die ganz offizielle Inbetriebnahme der restaurierten Glocken der Kirche St. Marien - und zwar mit dem Fachmann. Der Glockensachverständige Christoph Schulz war am Mittwoch in Gardelegen, um gemeinsam mit Gästen und Mitgliedern der Gardeleger Kirchengemeinde die Glocken zu begutachten und natürlich auch zu hören.

Zuvor hatten die Gäste den steilen Weg über viele Treppen genommen, um zu sehen, wie die Glocken im Turm hängen. Und das Klangerlebnis - bereits zum Ostergottesdienst waren sie schon einmal zu hören - war beeindruckend. Schulz, der aufgrund des schlechten Zustandes der Glocken vor sechs Jahren das eingeschränkte Läuteverbot erlassen musste, erläuterte noch einmal ausführlich, was an den Glocken repariert werden musste. Über mehrere Tage hinweg wurden die Glocken in speziell dafür angefertigen Öfen auf etwa 450 Grad Celsius erhitzt. Nur bei dieser Temperatur konnte der Schweißer die Arbeiten mit flüssiger Bronze beginnen. "Die Arbeiten konnten pro Woche nur einmal stattfinden, weil der Schweißer jedes Mal mehrere Liter Flüssigkeit verliert", verdeutlichte Schulz.

Die Arbeiten insgesamt beliefen sich auf Kosten von 120000 Euro. Finanziert wurde das Großprojekt von der evangelischen Landeskirche Mitteldeutschlands, dem Kirchenkreis Salzwedel, der Kirchengemeinde St. Marien und der ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Altmark West, die 33 000 Euro beisteuerten. Der Vorstandsvorsitzende Ulrich Böther überreichte daher an Pfarrer Martin Goetzki am Mittwoch ein Schild, das im Glockenturm angebracht wird.