Wer kann das schon von sich behaupten? Der knapp zwei Jahre alte Fritz Fehse ist gestern unter freiem Himmel getauft worden - an den Drei Schleusen im Drömling.

Köckte/Dannefeld l Es ist ein idyllisches Fleckchen Erde, aber eines, das für Ortsunkundige nur schwer zu finden ist. Dennoch fanden sich gestern etliche Besucher zum traditionellen Himmelfahrtsgottesdienst an den Drei Schleusen ein. Und dort gab es diesmal auch noch einen zusätzlichen Höhepunkt: die Taufe des knapp zwei Jahre alten Miesters Fritz Fehse. Vater Maik holte das Taufwasser für ihn sogar während des Gottesdienstes aus einer der nahen Schleusen.

Bevor der Junge im Kreise seiner Taufpaten in die Gemeinde aufgenommen wurde und diese für ihn Fürbitte leistete, beleuchte Pfarrerin Cornelia Ketter in ihrer Predigt, warum der Himmelfahrtstag überhaupt gefeiert wird, dass Jesus einst an diesem Tag zurückgekehrt ist zu Gott in den Himmel - dorthin, "wo die Freiheit so grenzenlos ist", ganz so, wie es Reinhard Mey es in seinem wohl bekanntesten Lied beschreibt. Aber so wie Jesus sich einst verabschiedet habe, so müssten auch Menschen immer wieder voneinander Abschied nehmen. "Doch die Toten gehen weiter mit uns, so wie Jesus mit uns geht." Und das, so die Pfarrerin, sei eine überaus tröstliche Botschaft, ja, ein wohltuendes Bild. "Wir Menschen brauchen solche Bilder von einem Leben, in dem der Himmel über uns allen aufgeht."

Und genau dieses Sinnbild lieferte auch den Grund, warum vor mehr als zwei Jahrzehnten die Idee für den Freiluftgottesdienst an den Drei Schleusen mitten im Drömling zwischen Dannefeld, Köckte und Buchhorst geboren wurde. Und immer wieder wird zu diesem Anlass ein großes Holzkreuz, zusammengezimmert von Eckhard Schulz und Rolf Bethge, dort aufgestellt, während Otto Grothe für das Glockengeläut vom Band sorgt. Zwischenzeitlich reihte er sich gestern aber immer wieder in den Kirchenchor unter Leitung von Christina Dietmann ein. Dieser umrahmte den Gottesdienst ebenso wie das aus verschiedenen Posaunenchören des Kirchenkreises bestehende Ensemble, das vom Salzwedeler Kirchenmusiker Roland J. Dyck geleitet wurde.

Die Kollekte wurde für die vom Erdbeben betroffenen Nepalesen gesammelt.

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