Gardelegen (apu). Jürgen Bajerski, Hobby-Stadtgeschichtsforscher aus Gardelegen, hat im Zuge der derzeit laufenden Sanierungsarbeiten am Großen Hospital eine interessante Entdeckung gemacht. Er ist sich sicher, im Mauerwerk des Gebäudes das mittelalterliche Portal sowie Fenster-Reste der ursprünglichen Kapelle ausfindig gemacht zu haben.

Aus Erfahrung weiß Bajerski, dass es oft lohnenswert ist, bei laufenden Bauarbeiten die Augen besonders weit offen zu halten. Das tat und tut er auch im Zuge der laufenden Sanierungsarbeiten am Großen Hospital in Gardelegen.

"Als der alte Putz von der Außenfassade entfernt worden war, inspizierte ich vor etwa zwei Wochen das Mauerwerk. Dort fielen mir sofort einige Unregelmäßigkeiten in der Backsteinformation an der Westseite des Gebäudes auf. Unschwer sind dort die Reste eines frühgotischen Portals zu erkennen und in geringem Abstand davon außerdem die Überreste alter, gemauerter Fensterrahmen", beschreibt Bajerski gegenüber der Volksstimme.

Der erfahrene Bodendenkmalpfleger und Hobby- Stadt- und Baugeschichtsforscher brauchte nicht lange zu überlegen, um was es sich handelt. "Es ist zweifellos das Portal der ursprünglichen Kapelle des Großen Hospitals, das um 1530 erbaut wurde und auf die Stiftung der Markgräfin Agnes zurückgeht."

Die Kapelle ist in historischen Dokumenten der Stadt Gardelegen ausführlich erwähnt und beschrieben. Wie Bajerski weiter ausführt, habe er über die Entdeckung zunächst den Bauhistoriker Ulf Frommhagen informiert. Außerdem nutzte er die öffentliche Baustellen-Führung am 9. Mai, den Planer und die Projektierungsfirma Altmark Projekt über seinen Fund zu informieren. Jürgen Bajerski ist es ein besonderes wichtiges Anliegen, dass die Überreste der einstigen Kapelle bauforscherisch untersucht und dokumentiert werden.

Wie der Geschäftsführer der Gardeleger Firma Altmark Projekt, Matthias Lofing, auf Nachfrage ausführt, wurde inzwischen das Landesamt für Denkmalschutz über den Fund informiert. Voraussichtlich in der kommenden Woche werde es einen Besichtigungstermin vor Ort geben. "Dann muss entschieden werden, was mit den Funden genau passieren soll. Ich gehe davon aus, dass eine Dokumentation erfolgen wird."