Gardelegen/Mieste (cah) l Die Verwaltung hat jetzt einen Weg gefunden, die Miester Sauna zu erhalten. Es sei allerdings nicht gelungen, die Pächterin der Gaststätte am Freibad davon zu überzeugen, die Sauna mit zu übernehmen, informierte Kämmerer Maik Machalz am Mittwochabend im Finanzausschuss. Die Gastwirtin werde jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit die Fremdenzimmer am Freibad übernehmen.

Die Sauna bleibe vorerst bei der Stadt. Und das mit folgenden Festlegungen. Die Öffnungszeiten sollen weiter reduziert werden. Der Kartenverkauf wird anders geregelt. Der Preis für eine Stunde Saunanutzung sei neu kalkuliert worden entsprechend der Kosten. "Wir werden versuchen, die Sauna kostendeckend zu bewirtschaften. Da kann dann einer allein hingehen oder mit 20 Leuten", sagte Machalz. Damit könne eine Schließung der Einrichtung vermieden werden. Zumal bei einer Schließung die Stadt Fördergeld zurückzahlen müsste.

Bürgermeister Konrad Fuchs konkretisierte die Angaben gestern auf Anfrage. Demnach soll eine Stunde Saunanutzung 40 Euro kosten. Sollte jemand allein die Sauna nutzen wollen, so müsse er eben 40 Euro bezahlen. Derjenige könnte aber auch noch 10 bis 20 Leute mitnehmen. "Bei zehn Saunabesuchern müsste jeder für eine zweistündige Nutzung 8 Euro bezahlen. Und das ist doch akzeptabel, oder", meinte Fuchs.

Wenn die Stadt die Sauna schließen würde, müssten etwa 67000 Euro Fördergeld - plus Zinsen - zurückgezahlt werden. "Wer will das schon freiwillig", so Fuchs. Mit dieser Regelung kann der Saunabetrieb fortgeführt werden. Und das sei schließlich auch der politische Wille gewesen. Wobei das Rechnungsprüfungsamt aber zu Recht beanstandet habe, dass die Miester Sauna mit städtischen Zuschüssen betrieben werde.

Öffnungszeiten an Wochenenden

Die Öffnungszeiten werden sich auf das Wochenende, freitags, sonnabends und sonntags, konzentrieren. Bei Bedarf auch in der Woche - jeweils auf Anmeldung. Die Stadt strebe allerdings weiterhin eine Privatisierung der Einrichtung an. Derzeit habe die Miester Sauna zwischen 70 und 80 Dauernutzer.

Die Sauna war aufgrund des hohen Zuschussbedarfes Ende 2014 in den Fokus der Kommunalpolitik gerückt. Die Verwaltung hatte eine Mitteilungsvorlage zum Betrieb der Sauna und der Fremdenzimmer am Freibad erarbeitet einschließlich einer Kostenaufstellung der vergangenen vier Jahre. Demnach betrug das jährliche Defizit knapp 20000 Euro. Die SPD-Fraktion hatte sich daraufhin für eine Schließung oder Privatisierung ausgesprochen, auch wenn die Stadt dann Fördergeld zurückzahlen müsse. Denn die Gemeinde Mieste hatte vor knapp fünf Jahren über das Leader-Projekt für das Erlebniscamp Mieste 101790 Euro in die Sanierung der Toiletten und Duschen am Freibad investiert. Zudem wurden Caravanstellplätze geschaffen. Die Fördergeldabschreibung geht bis 2022. Sollte die Sauna jetzt geschlossen werden, müssten 67860 Euro zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden (wir berichteten).