Das Hunnebrössel-Fest ist alljährlich der Höhepunkt im Dannefelder Veranstaltungskalender. Auch an diesem Pfingstwochenende wurde es wieder gefeiert - und das in besonders großem Rahmen. Denn das Hunnebrössel-Fest hat in Dannefeld 120-jährige Tradition.

Dannefeld l Schon mit der morgendlichen Dämmerung begannen am Pfingstsonntag die Aktivitäten. Im Festzelt trafen sich der Maikerl und seine Ankleider von den Hunnebrössel.

Diese sind eine ansehnliche Gruppe von Dannefelder Männern, die die alte Festtradition in dem Ort lebendig halten. Und obwohl der in diesem Jahr als Maikerl auserkorene Robert Schulze sowie die drei Ankleider schon um 5 Uhr mit der Arbeit begannen, war Eile geboten. Denn pünktlich um 7 Uhr musste der Umzug durchs Dorf starten und das Einkleiden des Maikerls mit kiloweise Maigrün will fachgerecht ausgeführt sein. Schließlich dürfen bei dem bewegungsreichen Rundgang durch das Dorf keine Zweige abfallen und nichts darf von dem unter dem Grünzeug verborgenen Kerl zu sehen sein.

Eier, Speck, Geld und mehr landet in Kiepen der Träger

Als dann kurz vor sieben das Kostüm makellos saß, wurde der Maikerl von einer ansehnlichen Gruppe Hunnebrössel aus dem Festzelt abgeholt. Das Ausschwärmen stand auf dem Programm. Die Hunnebrössel waren zumeist mit langer, weißer Unterwäsche bekleidet, trugen allerlei Masken. Von lustigen Tierfiguren bis zu gruseligen Monstern war alles dabei. Aus den Kreisen der Dannefelder Hunnebrössel waren bereits zu Ostern der diesjährige Schöpp (Daniel Sobeinski) und der Schult (Roman Wilke) gewählt worden. Sie hatten traditionsgemäß die Aufgabe, den Maikerl durch den Ort von Haus zu Haus zu führen, denn die Schnorrertour ist maßgeblicher Bestandteil des Festes. Im Schlepptau hatten sie die Kiepenträger; sozusagen den Hunnebrössel-Nachwuchs.

Maikerl schleppt 40 Kilo Last durch das Dorf

Überhaupt läuft bei dem Umzug ohne die Hunnebrössel nichts. Sie regelten den Verkehr und hielten die allzu neugierigen Schaulustigen, von denen sich immer mehr dem Umzug anschlossen, mit ihren Ruten auf Distanz.

Während der Schnorrertour wurde an jedem Haus angehalten und fast überall warteten bereits die Anwohner draußen. Der Maikerl und sein Gefolge verbeugten sich jeweils höflich, wünschten frohe Pfingsten. Dann sagten der Schöpp, der Schult - sich mit dem Maikerl im Kreise drehend - den plattdeutschen Schnorrerspruch auf, bei dem auch die Kiepenträger einstimmten. Darin wird um Gaben wie Eier, Speck und anderes gebeten, das zur Anrichtung des großen Eierbacks zum Mittag oder zur sonstigen Festausgestaltung noch so gebraucht werden kann. Die Dannefelder zeigten sich großzügig und taten neben Eiern, Speck und Wurst auch Geld und manche Flasche Schnaps in die Kiepen.

Heidekönigin Julia I. gab sich beim Fest die Ehre

Unter der größten Belastung stand zweifellos der Maikerl. "Ich selbst war auch schon Maikerl und kann darum aus Erfahrung berichten. Das Kostüm aus Seilen und Birkenzweigen wiegt um die 40 Kilogramm. Nach der stundenlangen Tour weiß man, was man gemacht hat", berichtete Ralf Schulz, Mitorganisator des Hunnebrössel. Kurz nach 10 Uhr war der Umzug endlich vorbei. Im Festzelt hatten sich die Einwohner bereits versammelt, um dem Auskleiden des Maikerls beizuwohnen. Auch dies erledigten die drei Ankleider - Karl-Heinz Pooschke, Eberhard Krehl und Volkmar Blume. Als das letzte Seil endlich von ihm entfernt war, bekam Robert Schulze unter dem Applaus der Zuschauer die Schärpe umgehängt und er durfte endlich seinen Durst mit einem kalten Bier stillen.

Danach begann allmählich das gemeinsame Feiern im Festzelt. Aus Hunderten eingesammelten Eiern, kiloweise Speck und Wurst sowie anderen Zutaten bereiteten Frauen aus dem Dorf gegen Mittag eine riesige Pfanne Eierback zu, der mit großem Appetit verspeist wurde. Nachmittags stieg dann im Festzelt ein buntes Familienprogramm, bei dem Kinderspiele und Kindertänze sowie Schautänze der Hunnebrössel im Mittelpunkt standen. Die Stimmung war grandios - vor allem dank der immer wieder neuen Schaueinlagen der Hunnebrössel.

Außerdem war zu dem Fest die Heidekönigin der Colbitz-Letzlinger Heide, Julia I., alias Julia Moritz, eingeladen. Sie reiste mit dem Schank-Team der Colbitzer Heiderbrauerei an und erfüllte so manche repräsentative Aufgabe - zum Beispiel ließ sie sich gemeinsam mit den Kindern ablichten, die bei den Spielen gewonnen hatten. Außerdem tobten sich bei dem herrlichen Pfingstwetter viele Kinder draußen auf der großen Hüpfburg aus. So vergingen die Feststunden an diesem herrlichen Pfingstsonntag wie im Fluge.

Frühschoppen am Montag setzt den Schlusspunkt

Den gelungenen Festausklang am Sonntag bildete ein Tanzabend im Festzelt zu Live-Musik. Zu Gast war die Gruppe "Eine Band namens Wanda". Für Begeisterung - vor allem unter dem jugendlichen Publikum - sorgte in diesem Programm der Auftritt von Sänger Marcel Kärcher, der bei der Fernseh-Casting-Show "Deutschland sucht den Superstar" die Top Ten erreichte.

Den Abschluss des Dannefelder Hunnebrössel-Festes bildete am Pfingstmontag im Anschluss an den Zeltgottesdienst der Frühschoppen mit Schlachteplatte und Blasmusik der Feuerwehr Breitenrode.

   

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