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Von Christina Bendigs

Parleib. "Die Natur gibt jeden Tag so viel", sagte Peter Kapahnke aus Parleib. Und wenn er einsame Stunden in seinem Revier nahe Potzehne verbringt, wird es ihm "nicht eine Sekunde langweilig". Gern beobachtet der Jäger Tiere und Pflanzen. Er findet in der Natur und der Jagd seinen Ausgleich zum Alltag. Die Umgebung von Potzehne kennt Peter Kapahnke wie seine Westentasche. Beinahe täglich ist der Autoschlosser, der seit 19 Jahren in einer Werkstatt in Lenz arbeitet, in den Wäldern der Umgebung unterwegs. "Ich fahre manchmal schon etwas früher zur Arbeit und drehe vorher noch eine kleine Runde durch das Revier", berichtete er. Die Jagd sei für ihn dabei aber vor allem mit der Hege und Pflege des Waldes verbunden. Derzeit repariert Peter Kapahnke einen Hochsitz, von dem aus er bei künftigen Stunden im Wald wieder die Natur beobachten wird. Überhaupt schraubt und tüftelt Peter Kapahnke gern. Dafür hat er sich auch eine kleine Werkstatt eingerichtet.

Mit der Jagd hat der Potzehner Ortsbürgermeister angefangen, als sein Alltag ihm ein wenig zu viel wurde. Beruf und Ehrenämter – wie das Bürgermeisteramt in Potzehne, die Mitarbeit im Kreistag, der Vorsitz der Potzehner Jagdgenossenschaft und der Vorsitz des Fördervereines für das Potzehner Freibad – nahmen ihn stark in Anspruch. Dafür bekam er die gesundheitliche Quittung und nimmt sich seither ein wenig zurück.

Wichtiger Bestandteil seines Lebens sei seine Familie – Ehefrau Ilona, die er 1982 heiratete, und die beiden Töchter Kristin und Sybill. Allerdings mussten sie in den vergangenen Jahren häufig auch auf ihn verzichten, wenn er in der Funktion als Bürgermeister unterwegs war. Seine ehrenamtliche Tätigkeit sei für Kapahnke mehr als nur Freizeitgestaltung, "aber es gehört zum Leben einfach dazu".

1962 in Bismark geboren, ist Peter Kapahnke ein waschechter Altmärker. Nach seinem Schulabschluss erlernte er den Beruf des Autoschlossers. Anschließend ging er zunächst für drei Jahre zur Armee. "Das war bei uns eben so", sagte er. Und Peter Kapahnke verpflichtete sich für insgesamt zehn Jahre bei der NVA. Er war im Oderbruch, im heutigen Neuhardenberg, als Flugzeugschlosser stationiert. Was damals sein Beruf gewesen war, beschäftigt den 49-Jährigen bis heute. "Ich versuche, in dem Bereich auf dem Laufenden zu bleiben", sagte er, beispielsweise in dem er Fachzeitschriften zu dem Thema studiert.

1989 kam Peter Kapahnke dann zurück in die Altmark, genauer genommen nach Potzehne, wo er heimisch wurde. "Potzehne war schon immer eine Perle", und noch heute freut sich Peter Kapahnke, wenn er nach Hause kommt und alles ordentlich und gepflegt ist.

Bis 1992 arbeitete Peter Kapahnke als Rettungsschwimmer im Potzehner Freibad. Zu seiner Aufgabe habe auch viel persönliches Engagement gehört. Und die Arbeit dort habe ihm Spaß gemacht, habe ihm Menschenkenntnis eingebracht. "Ich denke mal, ohne die Arbeit dort wäre ich nicht so lange Bürgermeister gewesen." 20 Jahre hatte Kapahnke dieses Amt inne.

Nach seiner politischen Einstellung gefragt, sagte Kapahnke, er sei in der DDR geboren und aufgewachsen. Er sei keiner, der die DDR zurück wolle. "Aber es war nicht alles schlecht", sagte er. Mitglied der PDS war er nicht, auch wenn er für die PDS für den Kreistag und auch für den Landtag kandidierte. Während sich Peter Kapahnke im Interview eher ruhig gab, tritt er als Politiker resolut und energisch auf, und er hält mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. Es würde Peter Kapahnke reizen, noch einmal für den Landtag zu kandidieren. Aber Kapahnke will sich "auf das konzentrieren, was hier ist". Er möchte vor Ort mitgestalten. Das war für ihn auch der Anlass, für ein Stadtratsmandat zu kandidieren. In die Stadtratsarbeit möchte er seine 20-jährige kommunalpolitische Erfahrung einbringen.