Eine besondere Ehre wurde am Sonnabend den Mitgliedern des Sportvereines SV Komet Solpke zuteil: Radsportlegende Gustav-Adolf Schur überreichte dem Vereinsvorsitzenden Frank Mertens anlässlich des Vereinsjubiläums im vergangenen Jahr die Sportplakette des Bundespräsidenten.

Solpke. Er ist einer der populärsten Sportler der DDR, gewann als erster Deutscher die Straßenrad-Weltmeisterschaft der Amateure und die Friedensfahrt. Am Sonnabend war Gustav-Adolf Schur im Alter von nunmehr 79 Jahren in Solpke zu Gast, um dem Verein in seiner Funktion als Ehrenpräsident des Landessportbundes Sachsen-Anhalt anlässlich des 100-jährigen Bestehens die Sportplakette des Bundespräsidenten zu überreichen. Für die Mitglieder des Sportvereines SV Komet Solpke, die sich im festlich geschmückten Saal versammelt hatten, war das eine besondere Ehre. Mit langanhaltendem Beifall begrüßten sie den ehemaligen Radsportler und verliehen damit ihrer Bewunderung Ausdruck.

Täve Schur überreichte die Sportplakette des Bundespräsidenten dem Vereinsvorsitzenden Frank Mertens. Anlass bot das 100-jährige Bestehen des Sportvereines, das im vergangenen Jahr gefeiert worden war. Aber auch zahlreiche sportliche Erfolge der Solpker sollten damit belohnt werden. Die Erfolge des Vereines führte Täve Schur in seiner Ansprache auf: 1964 gewannen die Großfeldhandballer aus Solpke als beste Landessportgemeinschaft den goldenen Traktor; 1977, 78, 83 und 86 erhielt der Verein die Ehrenurkunde des Präsidiums des Deutschen Sportbundes der DDR (DTSB); 1982 gewann der Verein den Pokal des Präsidiums des DTSB; mit einem Organisationsgrad von 66,4 Prozent der Bevölkerung wurden die Solpker 1988 als sportlichstes Dorf im Bezirk Magdeburg ausgezeichnet; auch nach der Wende konnten die Solpker viele sportliche Erfolge für sich verbuchen.

Im Vordergrund stand stets die Gemeinschaft. Der sympathisch und ungekünstelt auftretende Schur appellierte in seiner Ansprache an die Solpker, sich die Gemeinschaft und die Solidarität zu erhalten. Außerdem riet er den Vereinsmitgliedern: "Bleiben Sie auch an den Kindern und Jugendlichen dran, die oft nicht wissen, was gehauen und gestochen ist und sich allzu leicht verführen lassen." Schur sagte, es sei auch für ihn eine Auszeichnung, die Plakette überreichen zu dürfen. Als es darum ging, wer die Plakette überreicht, sei Schur nicht nur derjenige gewesen, der den kürzesten Weg nach Solpke hatte, sondern auch derjenige, der es wohl auch am liebsten übernehmen wollte, sagte er. Passend war es allemal, dass die Solpker von einem ehemaligen Radsportler ausgezeichnet wurden. Denn der älteste Nachweis der Sportgeschichte, den die Einwohner fanden, war die Fahne eines Radsportvereines, der 1910 gegründet worden war.

Wieviele Gelbe Trikots Täve Schur in seiner Sportkarriere gewonnen hatte, wusste er am Sonnabend nicht. Und auch Vorstandsmitglied Dietmar Collatz konnte seine selbstgestellte Frage nicht beantworten. Aber: "Ab heute hast du eines mehr", sagte Collatz. Denn zum Dank überreichten die Solpker Täve Schur ein gelbes Trikot, das an das 100-jährige Bestehen des Sportvereines erinnert. Den Applaus der Solpker erwiderte Schur mit den Worten: "Applaudieren Sie nicht mir, ich habe doch gar nichts gemacht."

Wilfried Schlitter hatte am Sonnabend die Aufgabe, die Vereinsmitglieder Heiko Pott und Jörg Voge mit der Ehrennadel des Landeshandballverbandes in Bronze auszuzeichnen. Sie hatten als Trainer mit ihren Mannschaften im vergangenen Jahr sportliche Erfolge erzielt.

Abschluss des offiziellen Teiles bildete eine Radkunstvorführung von Julia und Jessica Grünhagen aus Gardelegen. Die Mädchen zeigten akrobatische Übungen auf ihren Fahrrädern und erhielten dafür ebenfalls viel Applaus.

Mit der Eröffnung des Büfetts und Musik begann der gemütliche Teil des Abends. Schur allerdings verabschiedete sich recht bald. Dennoch wird der Besuch des 79-Jährigen den Solpkern noch lange in Erinnerung bleiben.