Als landesweit beispielhaft hat Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs die Entwicklung der Wohnungsbaugesellschaft bezeichnet. Die Unternehmenspolitik, vor allem in seit Jahren leerstehende Häuser in der Innenstadt zu investieren, zeige Erfolge. Der Leerstand insgesamt konnte im Vergleich zum Dezember 2010 noch einmal gesenkt werden. Aktuell beträgt der Leerstand 4,51 Prozent. Der Landesdurchschnitt liegt bei 15,57 Prozent.

Gardelegen. Bürgermeister Konrad Fuchs ist stolz auf seine Wohnungsbaugesellschaft und stolz auf den Geschäftsführer Günter Hoop. Unter seiner Führung habe die Gesellschaft, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, eine außerordentlich erfolgreiche Entwicklung genommen. Und die sei landesweit beispielhaft, betonte Fuchs gestern vor Pressevertretern.

"Und das kann ich jetzt noch besser bewerten, wenn ich die Situation bei den kommunalen Wohnungen in den neuen Ortsteilen sehe", sagte Fuchs. Besonders problematisch sei die Situation in Mieste. Dort seien 1991 Mietwohnungen im sozialen Wohnungsbau entstanden. "Wenn alles vermietet ist, betragen die jährlichen Einnahmen etwa 130 000 Euro. Die Ausgaben liegen bei jährlich 330 000 Euro", sagte Fuchs.

Ursache dafür sei die hohe Schuldenbelastung, die nach 20 Jahren noch immer bei 4,4 Millionen Euro liege. Der Bau damals wurde nach Informationen der Redaktion zu 100 Prozent mit Krediten finanziert mit einer Schuldendiensthilfe des Landes.

Zwischenzeitlich hatte die Gemeinde Wohnungen bereits verkauft. Der Erlös allerdings wurde nicht, wie eigentlich üblich, in die Kredittilgung gesteckt, sondern anderweitig verwendet. Aktuell sind noch 52 Wohnungen vorhanden. Bei Einnahmen von 130 000 Euro und Ausgaben von 330 000 Euro liegt der jährliche Verlust allein bei den Miester Wohnungen bei 200 000 Euro. In dieser Rechnung noch nicht enthalten sind Beträge etwa für Abschreibungen oder Unterhaltung der Wohnungen.

Der Bestand an gemeindeeigenen Wohnungen in den neuen Ortsteilen beläuft sich auf insgesamt 250 Mieteinheiten. Der Leerstand beträgt laut Fuchs 20 Prozent.

Ganz anders die Situation in der städtischen Vermietergesellschaft Wobau. Dort konnte der Leerstand erneut gesenkt werden. Im November lag der noch bei 5,43 Prozent, im Dezember bei 5,41 Prozent und aktuell bei 4,51 Prozent. "Diese Entwicklung ist beispielhaft, die ist einfach irre gut", betonte Fuchs, denn vor neun Jahren noch habe die Wobau einen Leerstand von 21 Prozent verzeichnet.

"Ein hoher Leerstand bedeutet Mietverlust und zusätzliche Kosten, denn auch für eine leerstehende Wohnung muss Geld aufgebracht werden", sagte Fuchs. Den höchsten Leerstand gibt es mit 9,71 Prozent im Sanierungsgebiet, das im wesentlichen die Innenstadt umfasst. "In diesem Leerstand sind allerdings auch Häuser noch enthalten, die derzeit saniert oder demnächst saniert werden sollen, wie die Hopfenstraße 2, die Bahnhofstraße 31 oder das Bornemannsche Haus. Das bedeutet, dass nach Fertigstellung der Sanierung der Leerstand noch weiter gesenkt wird", sagte Fuchs. Denn mittlerweile sei die Situation so, dass die Wohnungen in markanten Innenstadthäusern bereits vermietet sind, wenn die Sanierungsarbeiten gerademal begonnen haben. Allerdings könne solche Projekte nur ein Unternehmen in Angriff nehmen, das finanziell gesund sei. "Der finanzielle Aufwand für eine Sanierung alter Häuser ist zwei bis drei Mal so hoch wie ein Neubau", machte Fuchs deutlich.

Bemerkenswert sei dabei auch die Tatsache, dass die Wobau seit einem Jahrzehnt ohne Kredite arbeitet und trotzdem jährlich durchschnittlich zwei Millionen Euro investiert. Das komme wiederum den heimischen Firmen zugute. "Die Wobau ist damit auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor", betonte Fuchs.

In der Verwaltung werde derzeit der Wohnungsbestand in den neuen Ortsteilen aufgelistet, analysiert, der Sanierungsbedarf, die Auslastung und der Bedarf ermittelt. Denkbar seien Privatisierungen von Wohnungen, auch ein Abriss von Wohnungen sei nicht auszuschließen.

Mit der Situation der Wobau haben sich am Mittwoch auch die neuen Mitglieder der Gesellschafterversammlung befasst, informierte Fuchs. Die Neubesetzung erfolgte nach der Neuwahl des Stadtrates. Die Gesellschafterversammlung wird von Vertretern der einzelnen Fraktionen besetzt. Am Mittwoch fand die konstituierende Sitzung der Gesellschafterversammlung statt.

Die nächste Zusammenkunft dieses Gremiums ist bereits für den kommenden Mittwoch geplant. Dann soll das sanierte Wohnhaus an der Hopfenstraße 2 besichtigt werden. Damit auch die Öffentlichkeit dieses schmucke Gebäude von innen besichtigen kann, lädt die Wobau für Sonnabend, 12. Februar, von 13 bis 16 Uhr zu einem Tag der offenen Tür ein.