Gardelegens Bürgermeister Konrad Fuchs hat am Montag in der konstituierenden Ratssitzung erneut betont, er sehe keine Notwendigkeit, in Jävenitz, Kassieck und Jerchel die Ortschaftsverfassung einzuführen. Der Rat folgte ihm, indem er die Hauptsatzung beschloss, die für die drei Orte keine Ortschaftsverfassung vorsieht.

Gardelegen. Die Gemeinderäte wollten sie nicht, und die Bürger werden sie auch nicht bekommen: Die drei Gardeleger Ortsteile Jävenitz (mit Trüstedt 1116 Einwohner), Jerchel (315) und Kassieck (182) werden keinen Ortschaftsrat und keinen Ortsbürgermeister erhalten. Das beschloss der Rat am Montagabend während seiner ersten Sitzung nach der Wahl.

Der Wannefelder Ortsbürgermeister Gustav Wienecke, zugleich stellvertretender Vorsitzender der Gemischten Fraktion, hatte während der Diskussion zur Hauptsatzung gefragt, was mit den drei Orten werde: "Die haben auch einen Anspruch, einen Ansprechpartner zu haben."

Bürgermeister Konrad Fuchs sagte, die Stadt werde die Bürger "durch Aushänge informieren, wie sie sich an uns wenden können". Fuchs deutlich: "Ich sehe keine Notwendigkeit für eine Neuwahl." Die wäre nötig, wenn der Rat beschließen würde, eine Ortschaftsverfassung einzuführen.

Der Bürgermeister weiter: "Uns obliegt es, die Verwaltung ganz normal zu regeln." Fuchs betonte, die finanziellen Mittel für die Brauchtumspflege (vermutlich fünf Euro pro Einwohner) würden diesen Orten selbstverständlich ebenso zur Verfügung stehen wie allen anderen einstigen Gemeinden auch: "Wir können die Bürger nicht bestrafen dafür, dass keine politische Vertretung mehr da ist."

Die Bekanntmachungen in den drei Ortsteilen werden laut Hauptsatzung an folgenden Orten erfolgen: In Jävenitz Am Weidenhof, in Jerchel vor dem Wohnhaus Dorfstraße 5 und in Kassieck am Feuerwehrgerätehaus, Dorfstraße 29 a.

Die Hauptsatzung wurde vom Rat einstimmig bestätigt.