Gardelegen (gb). Der Gardeleger Jugendklub Mood hat seit dem 15. Januar keine Leiterin mehr. Carolin Dihle, die die Clubleitung in der Einrichtung gegenüber dem LIW-Saal Anfang 2010 übernahm, hat ihren Vertrag mit dem Gardeleger Jugendförderungszentrum (JFZ) nach nur gut einjähriger Tätigkeit unerwartet gekündigt. Geschäftsführer Ralf Böse bestätigte dies gestern im Gespräch mit der Volksstimme. Die Clubleiterin gehe aus "ganz persönlichen Gründen", so Böse auf Anfrage. Er habe ihre Kündigung "akzeptiert".

Erst 2009 hatte die Stadt die Betriebsführung des Jugendclubs neu ausgeschrieben. Neben dem Jugendförderungszentrum hatte sich damals auch die B&B Bildung und Beruf GmbH Salzwedel mit einem Konzept zur Betreuung der Jugendlichen beworden. Der Stadtrat gab im November 2009 allerdings der Gardeleger Einrichtung den Vorzug – auch weil sich bei einer Volksstimme-Befragung viele Jugendliche für die bekannte Einrichtung ausgesprochen hatten.

Einige von ihnen hätten den Weggang der Klubleiterin nun auch sehr bedauert, versicherte Ralf Böse. "Die Kinder sind gekommen und wollten, dass Frau Dihle bleibt." Und er könne das verstehen, so Böse: "Sie hat im Klub schließlich eine ganze Menge gemacht."

Zwischen Carolin Dihle und dem JFZ scheint es aber in jüngster Zeit Differenzen gegeben zu haben. Böse wollte sich dazu nicht äußern. Dies sei eine interne Personalie. Carolin Dihle war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Die Arbeit des Jugendklubs werde aber "ohne Einschränkungen weiterlaufen", davon sei er überzeugt, so Böse: "Das war schließlich keine One-Women-Show." Die Klubarbeit sei nie personenabhängig gewesen, sondern funktioniere seit einem Jahr im Team. Und dazu gehörten immer noch Jugendklubmitarbeiterin Heike Laß, ihre Kollegen Annemarie Schmidt und Nikolaos Papagiaannakis und nicht zuletzt Ariane Hornburg, die derzeit ihr freiwilliges soziales Jahr im JFZ absolviere.

Die Stelle für einen neuen Clubleiter sei gegenwärtig ausgeschrieben, bestätigte Böse weiterhin. Möglicherweise ergebe sich mit dem Ausscheiden von Dihle aber auch "die Gelegenheit, was anderes zu machen". Die Mitarbeiter hätten "immer im Team gearbeitet und werden jetzt noch stärker auf das Team zurückgreifen", so Böse: "Und wir setzen darauf, dass die Jugendlichen mehr Eigenverantwortung übernehmen."

In dieser Hinsicht sei auch schon einiges geplant, sagte Klubmitarbeiter Nikolaos Papagiaannakis. So werden die Jugendlichen in der nächsten Zeit bei Malerarbeiten im Kreativraum selbst mit anfassen. Ein Hardcore-Konzert mit Bands wie Stand Your Ground, Til Last Breath, Versus Sky und Science of Sleep ist für Sonnabend, 12. Februar, geplant. Täglich gebe es zudem weiterhin zahlreiche sportliche und kreative Möglichkeiten, die Freizeit sinnvoll zu verbringen, versicherte Papagiaannakis.