In das "Modellprojekt Bürgerarbeit", das in diesem Monat auch in der Region Kalbe starten sollte, kommt nun doch Bewegung. Nachdem Bürgermeister Karsten Ruth in dieser Woche mitgeteilt hatte, dass eine ganze Reihe von Maßnahmen vom Bundesverwaltungsamt abgelehnt worden seien, erreichte ihn von dort gestern nun doch eine anders lautende Information. Und das freute ihn natürlich ganz besonders.

Kalbe. Aufatmen beim Kalbenser Bürgermeister Karsten Ruth. Entgegen anders lautenden Informationen, die er noch kürzlich von der zuständigen Genehmigungsbehörde, nämlich dem Bundesverwaltungsamt, erhalten hatte, können bis zum 1. Mai 2011 nun doch mehrere Maßnahmen im Rahmen des "Modellprojektes Bürgerarbeit" gestartet werden. Eine entsprechende Information erreichte gestern die Kalbenser Stadtverwaltung. Und Ruth war die Freude darüber deutlich anzumerken.

Bürgerarbeit soll "arbeitslosen Hilfebedürftigen" (O-Ton Agentur für Arbeit) eine zusätzliche Chance eröffnen, eine längerfristige Tätigkeit von bis zu drei Jahren auszuüben. Kalbe und Umgebung gelten als ein Bereich, in dem es besonders viele "Hilfebedürftige" gibt. Deshalb wurde die Einheitsgemeinde im Rahmen des Bundesprogrammes "Bürgerarbeit" als eine der beiden Modellregionen im Altmarkkreis Salzwedel auserkoren. Insgesamt sollten dort für die nahe Zukunft elf verschiedene Projekte greifen. Doch nur eins war bislang genehmigt worden (wir berichteten gestern). Angeblich fehlte den anderen die zwingende Voraussetzung der Zusätzlichkeit.

Nun jedoch die freudige Nachricht: Das Bundesverwaltungsamt bestätigt dank einer, so Ruth, "Anpassung von Anträgen" weitere Projekte. Dazu gehört auch jenes, das in Zusammenarbeit zwischen Stadt und VfL Kalbe umgesetzt und zu einer Erweiterung des Breitensports, vor allem im Nachwuchsbereich, beitragen soll. Beginnen soll diese Maßnahme, in die zwei Bürgerarbeiter integriert werden sollen, am 1. März. Ruth hofft, dass mit ihrer Hilfe weitere attraktive Angebote im Sportsektor erfolgen können.

Ebenfalls genehmigt werden soll auch eine Maßnahme, in deren Rahmen eine chronologische Aufarbeitung der jüngeren Entwicklung der Stadtgeschichte erfolgen kann. Auf dieser Basis erhofft sich der Bürgermeister auch Vorschläge und Impulse für den Bereich Tourismus. Es gebe aus den vergangenen zwei Jahrzehnten umfangreiches Material, das gesichtet und ausgewertet werden solle. Zudem seien Recherchen in bereits bestehenden Archiven nötig. Darum werde sich künftig eine Arbeitskraft im Rahmen der Bürgerarbeit kümmern.

Außerordentlich freut es den Bürgermeister jedoch, dass nun auch einige der beantragten Naturschutzmaßnahmen genehmigt werden sollen. Insgesamt sollen in diesem Bereich 20 Frauen und Männer im Rahmen der Bürgerarbeit tätig werden, sich unter anderem um die Pflege beziehungsweise Schaffung von Biotopen, um entsprechende Beschilderungen oder um die Schaffung von Ruhestellen kümmern. Sowohl im Bereich Vahrholz/Bühne als auch in den Bereichen Dolchau/Vienau/Mehrin/Beese sowie Jeetze/Siepe/Güssefeld sind diese Maßnahmen geplant. Sie sollen bis spätestens 1. Mai beginnen.

Die Betreuung der Bürgerarbeit erfolt über die Beetzendorfer Landschaftssanierung beziehungsweise über die ABS Drömling und die Jeetzer Landschaftssanierung. Mittelfristig sollen bis zu 100 Frauen und Männer, die von der FAA Bildungsgesellschaft bereits auf bevorstehende Aufgaben vorbereitet werden, in der "Modellregion" Kalbe tätig werden.

Finanziert werden die Bürgerarbeitsplätze aus Bundesmitteln sowie aus Zuschüssen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Auch das Land Sachsen-Anhalt, das neben der Agentur für Arbeit mit im Boot ist, beteiligt sich mit zusätzlichen ESF-Geldern, während der Altmarkkreis Salzwedel Sachkosten in Höhe von bis zu 100 Euro pro Bürgerarbeiter und Monat trägt.

Aufgelegt worden war das Bundesprogramm "Bürgerarbeit" im Sommer des vergangenen Jahres. Die Stendaler Agentur für Arbeit hatte sich für die "Modellregionen" Kalbe und Arendsee an einem so genannten Interessenbekundungsverfahren beteiligt. Und das mit Erfolg.