Gardelegen (ca). Hartmut Krüger – ein Urgestein in der Gardeleger Kommunalpolitik – ist gestern aus der CDU ausgetreten. Für seine Entscheidung gab er persönliche Gründe an. Weitere Einzelheiten wollte er gestern nicht verkünden. Nur soviel: "Ich habe lange mit mir gerungen und mir die Entscheidung nicht leicht gemacht."

Krüger verlässt damit nach 39 Jahren seine Partei, denn der 62-Jährige ist seit 1972 Mitglied in der CDU und seitdem auch in der Kreis- und Stadtpolitik tätig.

Möglicherweise ist die verpatzte Stadtratswahl der Endpunkt seiner Entscheidung gewesen. Krüger, vom 31. Mai 1990 bis zum 30. Juni 1994 Bürgermeister in Gardelegen und vom 5. Juli 1994 bis zum 31. Dezember 2010 Stadtrat, hatte bei der Wahl am 28 November den Wiedereinzug in den neuen Stadtrat nicht geschafft. Er scheiterte an den fünf Wahlbereichen. Die hatten zur Folge, dass Kandidaten mit weit weniger Stimmen als Krüger in den Stadtrat einziehen konnten. Damit musste Krüger ein weiteres Amt abgeben, das er mit Leib und Seele ausgefüllt hat: den Vorsitz in der Wasserverbandsversammlung, denn eine Mitgliedschaft in diesem Gremium ist an ein Ratsmandat gebunden.

Seine Entscheidung hat Krüger gestern dem Vorsitzenden des Gardeleger CDU-Ortsverbandes, Karsten Rauhut, mitgeteilt. Der bedauerte außerordentlich den Schritt seines Parteifreundes. "Wir konnten ihn leider nicht bewegen, zu bleiben. Das ist sehr schade. Für unseren Verband ist das jedenfalls ein Verlust", sagte Rauhaut gestern.

Am Freitag hatten er und CDU-Fraktionschef Jörg Gebur noch ein Gespräch mit Krüger. Der hatte sich bis gestern noch einmal Bedenkzeit erbeten.

Auch Jörg Gebur bedauerte den Schritt seines langjährigen Parteikollegen und Freundes. Dennoch müsse man die Entscheidung Krügers akzeptieren und respektieren. "Er war einfach ein Leistungsträger, ein Aktivposten in der CDU und in der Kommunalpolitik. Er hat sich immer stark gemacht für die Stadt, hat sich Ziele gesetzt, Aufgaben gesucht. Bei vielen Dingen, die er angepackt hat, stand er auch nicht im Vordergrund. Für ihn zählte das Ergebnis", sagte Gebur. Er persönlich werde mit Krüger weiterhin freundschaftlich in Verbindung bleiben. "Denn ich habe ihm viel zu verdanken. Wenn ich seine Ratschläge, Hilfe und Unterstützung nicht gehabt hätte, wäre ich in der Politik nicht da, wo ich jetzt stehe. Und das werde ich nicht vergessen", betonte Gebur.

Krügers Austritt aus der Partei ist offenbar kein Einzelfall, denn in jüngster Vergangenheit sind schon etliche langjährige prominente Kommunalpolitiker aus der CDU ausgetreten: Dazu gehören beispielsweise auch Urte Rötz aus Mieste und Heinz Baldus aus Jävenitz, die beide auf verschiedenen Ebenen nicht mehr mit der Politik ihrer Parteigenossen einverstanden waren. Bei Rötz war es die Landwirtschaft, bei Baldus die Gebietsreform (wir berichteten).