In der Lindstedter Kindertagesstätte Entdeckerland setzt das Kita-Team um Leiterin Gisela Thunecke auf naturnahe Erlebnispädagogik. Dazu soll auch das Außengelände mit Spielplatz entdeckerfreudig gestaltet werden – mit Holz, Wasserbereichen zum Matschen, vielen Büschen als Rückzugsbereiche und vieles mehr. Die naturnahe Außengestaltung der Kita ist auch Thema der Bachelorarbeit von Claudia Corten. Die 24-jährige Studentin an der Fachhochschule (FH) Bernburg wird damit das Konzept erarbeiten.

Lindstedt. Die Mädchen und Jungen der Lindstedter Kindertagesstätte Entdeckerland wissen schon ganz genau, wie ihr Spielplatz künftig aussehen soll. "Ich möchte eine Eisbärhöhle für meinen Knut", sagte Milena Rudolph und hält ihren Kuscheleisbären Knut hoch. Emma Frommhagen wünscht sich ein Baumhaus. Und Jonas Wischeropp möchte gerne eine Wasserrutsche haben. Andere wünschen sich einen Tunnel, Kletterbäume, Holzbalken, eine Schaukel und eine farbenfrohe Blumenwiese.

Ideen zu finden, der Phantasie freien Lauf zu lassen und mal zu träumen, wie ein Spielplatz aussehen sollte, daran hatten die Kinder gestern sichtlich Spaß. Das konnten sie im Rahmen eines Workshops, einer Zukunftswerkstatt, die am Donnerstag und gestern in der Lindstedter Kita stattfand. "Denn die Kinder sollen in die Planung für die Neugestaltung des Außengeländes einbezogen werden", sagte Kita-Leiterin Gisela Thunecke.

Die Einrichtung verfolge den Ansatz einer naturnahen Erlebnispädagogik. "Wir wollen auf liebevolle und lehrreiche Art die Kinder mit der Heimatgeschichte, mit regional typischen Pflanzen und Gerichten vertraut machen", sagte Thunecke.

Mit Projekten wie dem Waldfuchs oder der Übernahme einer Kurzzeitpflege von Tieren, Besuchen auf Bauernhöfen um Lindstedt oder der Gestaltung von Frühstückstagen mit selbst angebauten Kräutern soll den Kindern Naturverbundenheit und Heimatgefühl vermittelt werden. Dabei arbeite die Kita mit dem Förderverein Historische Region Lindstedt und der Fachhochschule Anhalt Bernburg zusammen. Und auf Vermittlung von Marcel Heins, Dozent an der Fachhochschule, wird die Kita auch ein Konzept für eine naturnahe Außenraumgestaltung haben, und eine Studentin hat zudem noch ein sehr schönes Thema für ihre Bachelorarbeit.

Claudia Corten aus Moers studiert an der Fachhochschule Anhalt Landschaftsarchitektur und Umweltplanung und wird die Bachelorarbeit zu diesem Thema schreiben. Die 24-Jährige war dazu schon mehrfach in Lindstedt, hat Anfang Februar einen Planungsworkshop mit den Mitarbeitern der Kita geleitet.

Am Donnerstag und gestern fand ein Workshop für die Kinder statt. Unter dem Titel Zukunftswerkstatt sollten die Mädchen und Jungen Ideen für ihren Spielplatz entwickeln. So ging es darum, was Kinder mögen und was nicht. Welche Geräte sie auf ihrem Spielplatz toll finden und welche eher nicht. Ihre Wünsche und Vorstellungen haben sie dann aufgemalt, und Claudia Corten gestaltete damit eine Präsentation.

Die künftige Landschaftsarchitektin hat schon recht konkrete Vorstellungen, wie der Lindstedter Entdeckerland-Spielplatz dann auch tatsächlich zu einem Paradies für kleine Entdecker werden kann. Ein reiner Gerätespielplatz soll der Vergangenheit angehören. "Wir wollen Naturerlebnis- und Naturerfahrungsräume gestalten", sagt Claudia Corten. Und das könne man mit Naturmaterialien, mit Holzelementen, mit Steinen und Stämmen. Denkbar sei die Gestaltung einer kleinen Hügellandschaft mit Wasserbereichen zum Matschen, mit Buschwerk zum Verstecken, stellt Corten einige Überlegungen vor. Ein solcher Spielplatz sei zwar pflegeaufwändiger, aber eben auch viel schöner und spannender für Kinder.

Die Zukunftswerkstatt wird am Freitag, 25. Februar, fortgesetzt. Dann sind Eltern, Großeltern und interessierte Bürger zu einem Planungsworkshop eingeladen. Beginn ist um 19 Uhr in der Kita. Am 9. März wird Claudia Corten eine Zwischenpräsentation anbieten. Die findet ab 16.30 Uhr in der Kita statt. Das Endergebnis wird sie dann am 23. März präsentieren.

Die Bachelorarbeit will sie im April abgeben. Landschaftsarchitektin zu werden, war für Claudia Corten ein Wunschberuf. "Pflanzen sind von daher auch mein ganz großes Hobby", erzählt die sympathische junge Frau mit dem strahlenden Lächeln. Gleich danach komme Zeichnen und Fotografieren.