Der Vorlesewettbewerb der Sechstklässler des Altmarkkreises Salzwedel fand diesmal in Gardelegen statt. Es siegten Schüler der Lessing-Sekundarschule Salzwedel und des Gymnasiums Beetzendorf.

Gardelegen. Charlotte Licht und Linus Weiland sind die besten Leser im Altmarkkreis Salzwedel. Sie gewannen gestern beim Wettbewerb der Sechstklässler in der Gardeleger Bibliothek. Bei dem Wettbewerb werden Sekundarschüler und Gymnasiasten getrennt bewertet. Sie und die anderen sieben Teilnehmer mussten zuerst einen mitgebrachten Text lesen. Linus Weiland von der Lessing-Sekundarschule in Salzwedel wählte "Alfons Zitterbacke hat wieder Ärger". Ein lustiges Buch, das beim Publikum für einige Lacher sorgte.

Charlotte Licht las aus den "Tributen von Panem - Tödliche Spiele". Ernst schilderte die Schülerin des Gymnasium Beetzendorf die gefährliche Situationen und schaute immer wieder zum Publikum auf. Sie ermöglichte es den Zuhörer, sich in das Buch hineinzuversetzen. Charlotte konnte mit ihrer Stimme viele Stimmungen gut rüberbringen - auch die empfindsamen Stellen des Buches.

Doch auch die anderen Leser zeigten überwiegend super Leistungen. Viele lasen so gut wie fehlerfrei. Es sei in beiden Gruppen eine knappe Entscheidung zwischen zwei Lesern gewesen, sagte Jury-Vorsitzender Wolf-Dieter Thurm. Neben dem ehemaligen Leiter der Gardeleger Karl-Marx-Schule saßen die Vorjahressiegerin Annika Soeder, Stadt-Mitarbeiterin Veronika Thiele, Kreis-Mitarbeiterin Annemarie Schwerin, Sabine Weichert vom Bibliotheksförderverein und Volksstimme-Mitarbeiter Philip Najdzion in der Jury.

Auch beim bislang fremden Text zeigten die Schüler kaum Schwächen. Bibliotheksleiterin Ursula Isenberg hatte das Buch ausgewählt. Es hieß "Zweimal Marie". Die Geschichte: Eine Westklasse trifft kurz vor der Wende auf Klassenfahrt eine Ostklasse in Ungarn. In beiden Klassen sind Mädchen, die sich gleichen wie ein Ei dem anderen. Sie tauschen die Familien. Eine Zwillingsgeschichte à la "Das doppelte Lottchen", nur dass dabei die ostdeutsche Vergangenheit beleuchtet wird.

Sie habe das Buch bewusst gewählt, erzählte Isenberg. Denn diese Generation wisse kaum noch etwas über die Geschichte ihrer Eltern. So wunderte es sie nicht, dass es Probleme gab, das Wort Trabi auszusprechen. "Zweimal Marie" biete die Möglichkeit für die jungen Menschen, ein wenig mehr über das Land zu erfahren, in dem ihre Eltern zumeist aufgewachsen sind.

Die gestrigen Sieger treten nun im März/April gegen ihre Mitschüler aus dem Norden Sachsen-Anhalts an, sagte Isenberg. Für die Gewinner folge der Landesausscheid in Magdeburg und dann der Bundeswettbewerb in Frankfurt am Main.